Thematisch passt "White Noise" in eine Schublade mit Filmen wie "Sixth Sense", "The Butterfly Effect" oder "The Mothman Prophecies", weil es inhaltlich durchaus Parallelen gibt. Allerdings ist "White Noise" nicht annähernd so sehenswert wie die anderen genannten Genrefilme, was vor allen Dingen an der ziemlich dünnen Story liegt und was sich wiederum sehr nachteilig auf die Entwicklung der Handlung und den Spannungsbogen auswirkt. Denn die Dramaturgie ist dermaßen schnarchnasig ausgefallen, dass es nahezu unmöglich ist, die Aufmerksamkeit konstant aufrecht zu erhalten. Dies hat zur Folge, dass das Anschauen recht bald anstrengend wird.
Träge und dröge schleppt sich der Film von Szene zu Szene, Abwechslung liefern lediglich ein paar visuelle Reize in Form von hektisch geschnittenen Bildfolgen (die allerdings eher nerven als anregend zu wirken) und die Rollen flüstern sich die bis aufs Nötigste reduzierten Dialoge zu, ja fast wirkt es gar, als wolle man den dahinschlummernden Zuschauer bloß nicht vom Einschlafen abhalten. Einige wenige Schocksequenzen retten da leider auch nichts mehr, zudem die wenigen Spannungselemente Klischeecharakter besitzen, etwa wenn der Protagonist beim Autofahren das Steuer verreißt und beinahe eine Massenkarambolage verursacht, weil er übers Radio mal wieder eine Nachricht aus dem Jenseits erhält. Auch nicht mehr fürchterlich originell ist der obligatorische Blick über die Schulter in den Badezimmerspiegel oder diffuse Schattengestalten, die durch den Bildhintergrund schweben.
Denn derartige Szenen hat man inzwischen schon so oft gesehen, dass sie mittlerweile eher die gegenteilige als die eigentlich beabsichtige Wirkung entfalten. Nein, beunruhigend wirkt das Dargebotene wirklich nicht, eher beruhigend, da vorhersagbar, was für einen Mysterythriller ein Armutszeugnis darstellt. "White Noise" macht es einem somit außerordentlich schwer in die Handlung einzutauchen. Die geringste Ablenkung lässt den Faden immer wieder abreißen und die affektive Wirkung ist somit enorm beeinträchtigt. Das ist doppelt schade, denn an der technischen und handwerklichen Umsetzung gibt es kaum was zu meckern.
Auch wenn die Idee (Hinterbliebende erhalten von Dahingeschiedenen Botschaften aus dem Jenseits, um im Diesseits schlimme Dinge zu verhindern) schon oft herhalten musste, so hätte die hier gezeigte Variante um das sogenannte 'Electronic Voice Phenomenon' durchaus Gänsehautpotential gehabt. Aber wie man so schön sagt: 'hätte sitzt auf der Toilette und zieht an der Kette'. Wie wär's daher mal mit einem Beitrag über Stimmen aus der Kloschüssel? Soweit ich weiß, wurde der berühmte Fall um den 'Chopper' aus Neutraubling noch nicht verfilmt. Möglicher Titel: "Geistersex im Zahnarztstuhl" oder "Der Horror aus der Steckdose". Naja, vielleicht lieber doch nicht - mit "White Noise" ist das Thema 'fauler Zauber' bereits ganz gut abgedeckt.