Kung Fu Klamotte in eigentlich fader Einförmigkeit gewisser Formeln, aus den guten alten Zeiten, in der Derartiges in genau dieser kleinlich, flachen, haltungslosen Aufmachung in regelrechten Vitalwerten auf das damals auch noch begeisterte, erst ab der Mitte der Achtziger durch modern day action Ware auf einen anderen Geschmack gebrachte und somit gesättigte Publikum katapultiert wurde. Das vorliegende Exemplar hebt sich weder in der Machart noch der materiell mannigfaltigen Wechselberührung noch der Ideenverknüpfung dahinter aus dem Massenartikel-Basar hervor, schwenkt allerdings mit einem Blick hinter die Kulissen das entscheidende Fähnchen der Aufmerksamkeit augenblicklichen Beifalls. Ist für die Inszenierung der Kampfszenen der Intrigenkomödie doch Jackie Chans Stuntmen Association verantwortlich und produziert der Chef den somit hauseigenen, saumselig nachahmenden, im freilich unerreichbaren Young Master Schema gehaltenen Alleingang seiner Sing Ga Ban Unität gleich mit.
In den Haupt-, Neben- und Cameorollen, in unmittelbarer Anschauung unterrichtet stecken durchgängig bekannte Gesichter der Ära, aber abseits eben der wirklich populären Würdenträger die geschlossene Zweite oder gar Dritte Garde an Darstellern; die ausnahmsweise, entweder als für ihren Wert Huldigung, als belohnende Beschäftigungsmaßnahme oder als Anreiz für noch kommende Tätigkeiten aus der Zentnerlast von Chans Feudal-Abhängigkeit hinaus treten und hier das erste Mal den Glanz des Scheinwerferlichts aus direkter Nähe spüren dürfen. Verbrennen in der gleißenden Hitze der 15min Ruhm tut auch keiner der Gold-Hunters, die aus dem Titel gleich die gesamte Synopsis entlehnen; nur die Asymmetrie Lee Hoi-san beweist mit seinem fehlenden guten Aussehen auch in der ungewohnten Funktion eines der Protagonisten eindeutig, dass bei manchen Leuten auch die Schönheit von Innen heraus nicht immer für das Portfolio der Seite Eins ausreicht.
Allerdings hängt auch nur ein Spiegel im eh schon begrenzten Setting, dass für diese Aufgabe der Nebenverwertung zahlreicher, fast übermäßig vorhandener Kapazitäten auch sicherlich nicht das ganz große Budget zur Ausstaffierung etwaig edler Kulissen zur Verfügung hatte und sich deswegen zu Recht auf wenige Interieur-Schauplätze und ansonsten die eh vorhandene Landschaft einschränkt. Natürlich wird sich auch hier in der angrenzenden Feld- und Wiesengeographie geprügelt, dessen Kargheit fern von Poesie und Erhabenheit doch eher wenig Verlockung auf einen ausgedehnten Spaziergang versprüht und nur notdürftig mit malerischen Bezeichnungen wie "Bamboo Hill" und "Wai Chung Pavillon" verdeckt wird. Auch Frisur und Kleidertracht entspricht Pottschnitt bzw. gängiger einfarbener Leinenmode und stellt zusammen mit der spritzigen Schunkelei aller Beteiligten und dem allgemeinen Ton damaliger Geselligkeit mit den ursächlichen Grund dafür dar, dass man sich in dem Sujet von Beginn weg an wie heimgekommen und nie verlassen fühlt. Ein wenig Katzenwäsche und Dehnungsübungen am frühen Morgen nach dem ersten Hahnenschrei und schon ist man per Zeitraffer wieder dort, wo man schon die Hundert Exemplare vom Chronikenstudium davor auch war. In einer kleinen Stadt provisorischer Gültigkeit, bestehend komplett aus, wie es scheint, einem Haufen Tagelöhnern, Taugenichtsen und Spießkameraden unritterlichen Geistes, die egal von welchem Stand sie sind eigentlich nur das Eine im Leben wollen: Das ganz dicke Geld. Und dem Nachbarn trotz oder aufgrund des gemeinschaftlichen Sinn und Geistes nicht das geringste Bisschen davon gönnen:
Tong [ Lau Ga-yung ] und Lee Shan [ Lee Hoi-san ] gelangen nur per Zufall als Helfer für ihren Freund Ma Chao [ Mang Chiu ], einer Restaurantbedienung, auf das abendliche Banquet von Commander Wong [ Jue Tit-woh ], der für seinen aus Europa zurückgekehrten Sohn Jack [ Fung Hak-on ] eine Feier gibt. Dort wollen sie eigentlich auf Diebestour gehen, belauschen währenddessen aber die für Tags darauf geschlossene Abmachung zwischen Comnmander Wong und dem Chief Transport Officer Ting [ Melvin Wong ], der den Auftrag bekommt, drei Kisten Gold aus der Stadt zu transportieren. Wong hat allerdings Vorkehrungen getroffen; nicht nur, dass er Uncle Cheung [ Wilson Tong ] auf das Hab und Gut ansetzt, er hat auch das Gold gar nicht mehr in den Kisten gelagert, sondern es bereits vorher heimlich versteckt. Der ebenfalls von Tong, Lee Shan und Ma Chao geplante Überfall geht trotz Erbeutung der demnach Kisten reichlich schief, um dennoch an den Aufenthaltsort des Goldes zu gelangen, müssen sie sich in das örtliche Gefängnis [ geleitet von Fung Fung und Tai San ] einschleusen und den von einer Zeugin [ Alice Lau ] belasteteten Commander Wong heranpirschen.
Barry Wongs volksmäßiges Drehbuch als Winkelpoesie über bäuerisches Ungeschick entspricht rascher unerwarteter Erwiderungen, bevorzugt analog zu seinen drei "Helden" und der verfügbaren Anzahl Kisten Gold auch die narrativ entsprechende Dreiteilung – eine Variation desselben kleinen Themas, die der Begebenheit dem Zufall gegenüberstellt – und verliert sich ohne viel Worte nach Annäherung und Vorbereitung in die Jagd nach dem Schatz. Entsprechend der nur auf dem Papier existierenden, sichtlich gestellten, aber dafür extemporisierten Fastnachtspossen-Welt voller Theaterstreiche werden auch nicht Handlungen und Charaktere, sondern Leidenschaften entwickelt und diese vom einfältig Konventionellen in eine Mischung aus sympathischer Maladität, verschmitzter Grobheit, Enthusiasmus, Komik, Mannigfaltigkeit und dem Musikalischen verändert; wobei gerade der Score – Hillbillycountry im Saloongeklimper – das eher spielerisch tänzelnde statt effektvolle Geschehen auf dem Thespiskarren noch eine Portion veralteter, provinzieller und auch minderwertiger erscheinen lässt, als es tatsächlich ist.
Das Regieteam Fung Hak-on [ Action Director bei Young Master ] / David Law Kei [ dortiger Assistant Director ] verwendet ein wohl angebrachtes Knäuel aus Verwechslung, Irrtum, Fehldeuten der Absichten sowie Maskeraden und Verkleidung jeweils neuer Spannung und neuer Wirksamkeit, die zusammen mit dem geistesgegenwärtigen Durcheinander gleichartiger Motive einen wild umher irrenden Ameisenhaufen spitzbübisch durchtriebener, trotz einiger blutiger Andeutungen aber niemals frostiger Gestalten ergibt. Stattdessen silly moments all over the place, mit karikaturistischer Überzeichnung, aufgeweckter Reaktionsfähigkeit, sportlich zackiger Fingerfertigkeit und der ansteckenden Munterkeit des Gemüts verspottender Schwelgerei; ein attraktives Energiebündel mit oft wie beiläufig dargebrachten, aber dafür umso anregend geselligen Scherzen über Torheit, Leichtsinn und andere Laster und ausgewogener Choreographie der Personengruppierung. Das wirkt ebenso wie die zahlreichen, ausschweifenden, federnd gelenkigen Kämpfe nur zu Beginn wie unbesonnen und mit völliger unbeschwerter Nachlässigkeit formuliert, überspielt die sicherlich ernsthafte Anstrengung hinter all dem Jubel, Trubel, Heiterkeit fachgerecht mit solidem Timing, artistisch jugendlicher Ausgelassenheit und erheblich jovialischer Spielfreude. Ein Bestreben nach dem Ziel, lebendig, wechselnd, wandelnd, gehaltvoll wie verdünntes Wasser.