Review

Was hier geboten wird, ist ganz großes Kino fernab jeglicher Massenware aus Hollywood!
Erzählt wird die Geschichte zweier junger Männer aus geordneten Verhältnissen, die soeben die High School beendet haben, vor Eintritt in den Arbeitsalltag das Abenteuer suchen und dabei nichts als Gewalt finden.

Der Film beginnt mit der Vorstellung prominenter Massenmörder (Bianchi, Berkowitz etc.) und schafft somit von der ersten Sekunde an eine bedrückende Grundstimmung, die sich durch den ganzen Film zieht.
Anschließend lernt man die beiden Außenseiter Roy und Bo an ihrem letzten Schultag kennen. Nachdem sie sich selbst zu einer Party einladen und für Unruhe unter den verhassten Mitschülern sorgen, beschließen sie spontan einen Ausflug nach Los Angeles.
Schon hier wird klar, dass Roy von einer tiefen, inneren Unruhe geplagt ist, während sein Freund Bo der Ausgeglichenere von beiden ist.

In der Stadt der Engel angekommen, werden sie gleich von einem Tankwart über´s Ohr gehauen, woraufhin ihn Roy krankenhausreif prügelt. Diese Aktion ruft sofort die Polizei auf den Plan, die von nun an gegen unbekannt ermittelt.
Lange soll sie nicht untätig bleiben, denn nach einem Tag am Strand und einer äußerst amüsanten Autofahrt durch die Stadt (für mich der Höhepunkt des Films), erschießt Roy einen Homosexuellen, den sie zuvor kennengelernt haben.
Sein Nächstes Opfer ist eine Blondine, die mit Bo flirtet und ihn dann abblitzen lässt, sowie ihr Freund. Während Roy immer mehr durchdreht, bekommt Bo allmählich Skrupel und kann die Gewalttätigkeit seines Freundes nicht mehr rechtfertigen. Doch ihre Beziehung zueinander gerät erst ins Wanken, als sie in einer Bar eine Frau kennenlernen, mit der Bo Sex hat und die anschließend von Roy getötet wird.

Das Ende will ich hier nicht verraten, nur dass es mich sehr deprimiert hat und viele Fragen aufwirft, auf die es keine allgemeingültigen Antworten gibt. Aber genau das mag ich, man wird zum Nachdenken angeregt, bei dem die eigenen Grundsätze in Frage gestellt werden.

Dieser Film hat einfach alles: eine mitreißende Atmosphäre, gute Darsteller (im Gegensatz zu Charlie Sheen hat Maxwell Caulfield leider nie den großen Durchbruch geschafft), gute Musik, jede Menge Gesellschaftskritik, viel Liebe zum Detail (sogar das Seelenleben eines Polizisten wird beleuchtet) und einen speziellen Humor (den sicher nicht jeder versteht), was ihn zu einem meiner Favoriten aus den 80er Jahren macht.

10/10

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