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Haie bewachen eine ins Meer gestürzte Sonde Außerirdischer

Was sich da die Leute von Nu Image zusammengebraut haben, schmeckt abgestandener als Bier aus der D-Mark-Zeit.
Da freut man sich auf bissigen Tierhorror, der zumindest eine Variante von „Jaws“ liefert, stattdessen bekommt man eine lieblose Kopie von „Abyss“, nur ohne Abbiss.

Tatsächlich geht es richtig trashig los, wenn zwei Raumschiffe Außerirdischer kollidieren, eine Art Leuchtzylinder auf die Erde fällt und dabei dummerweise auch noch ein russisches Schiff explodiert, - und das alles im Bermuda-Dreieck.
Fünf Jahre später haben wir hier die Unterwasser-Forschungsstation Oshona, mit Held Mike und Gattin Linda. Alsbald tauchen wütende Haie auf, zerstören einen wichtigen Teil der Station, so dass die US-Navy zur Bergung anrücken muss, was durch Unmengen angriffslustiger Haie ein wenig erschwert wird.

Die beiden Außerirdischen, die in einer Einstellung gleich zu Beginn zu sehen sind (und so auch der Troma-Schmiede entlaufen sein könnten), bilden bereits den Höhepunkt des Streifens, dessen Story so überhaupt nicht fesseln will und einen einfallslosen Mischmasch beliebiger Unterwasserfilme darstellt.
Schon allein die Verbindung zwischen Haien und Forschungs-U-Boot ist keine günstige und liefert mehr Tauchszenen mit Stock Footage Beißern als wirkliche Tieraction.
Nur in einer kleinen Zwischensequenz greifen ein paar Haie Strandurlauber an und es fließt in einer Minute soviel Blut, wie in der kompletten Restzeit nicht.

Abgesehen von Logikfehlern im Minutentakt, wird man mit den hölzernen Darstellern nicht warm, das Geschehen liefert wenige, und dann auch noch recht hektisch geschnittene Haiattacken, die im letzten Drittel fast gar nicht mehr auftauchen.
An dessen Stelle tritt ein Raging Spionage-Typ, der dem Zuschauer von Beginn an suspekt ist und sich am Ende Mann gegen Mann mit unserem Helden messen muss, dabei bleiben die Haie in der Tat außen vor, denn 90% der Handlung spielt sich in den Innenräumen der Forschungsstation ab.

Immerhin belustigend, dass Haie neuerdings brüllen wie eine Mischung aus Pit Bull und Tiger, sollen wohl Tigerhaie sein.
Ansonsten nur eine überflutete Forschungsstation, ein Rebell in den eigenen Reihen, der trotz Sauerstoffknappheit munter quarzt, ein TV-Team im Motorboot ist spannungsarm innerhalb von 30 Sekunden im Wasser und wird zermümmelt, dazu ein unlogischer Torpedoabschuss, ein verschenkter Corbin Bernsen, der vom bösen „Dentist“ zum hilflosen Navy-Captain mutiert ist und ferner ein paar brauchbare Aufnahmen von Haien, die sich aber ständig in gleicher Einstellung bewegen, weil einfach nicht mehr Archivmaterial vorhanden war.

Da ist die etwas lang geratene Klopperei zwischen Fieserich und Held fast noch spannender als jeder Haiangriff, solche kommen ohnehin immer recht wuschig geschnitten und unspektakulär daher.

Statt müder U-Boot-Action wären mir ein paar Haie am Strand einer Touristenhochburg wirklich lieber gewesen, und das will nach so vielen „Jaws“-Kopien schon was heißen.
Hier ist das Geschehen schier eintönig, fast ermüdend. Spätestens nach einer halben Stunde unter Wasser weicht das Interesse am Verlauf, welchen man ohnehin frühzeitig vorhersagen kann.
Im Bereich Tierhorror ein ziemlicher Abgrund, ohne Biss.
2,5 von 10

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