Frankfurt: Die stadtbekannte Prostituierte Vera Paterny wird in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden... und das ausgerechnet von ihrem Verlobten Peter Seitz, der just aus Wien angereist ist und auf die Art erfahren muss, welcher Profession seine Angebetete nachgegangen ist. Sowohl Seitz als auch der kurz darauf am Ort des Verbrechens auftauchende Zuhälter Alphons Tewes geraten daraufhin in Verdacht, jener Nuttenmörder zu sein, der Frankfurt seit einiger Zeit unsicher macht. Die Ermittlungen in dem Fall gestalten sich für Kommissar Reinisch jedoch alles andere als unkompliziert, denn es tauchen ständig noch weitere mögliche Verdächtige auf. Als die Polizei in der Angelegenheit nicht vorankommt, wird es Tewes irgendwann zu bunt und er nimmt die Sache selbst in die Hand, indem er dem Killer zusammen mit einigen Handlangern eine Falle stellt... "In Frankfurt sind die Nächte heiß" ist ein österreichisches Kriminal-Filmchen, mit dem in den 60ern hierzulande wohl den damals populären Edgar Wallace-Streifen ein wenig das Publikum abgegraben und jene Kinogänger abgeholt werden sollten, denen der Sinn nach einer etwas handfesteren Sex-and-Crime-Melange gestanden ist. In dieser Beziehung liefert Rolf Olsens Film auch allemal ab... und zwar in einem Maße, dass selbst die damals im Kino gezeigte, ab 18 Jahren freigegebene Fassung schon Federn lassen musste und der Streifen nun dank Blu-ray-Release des Subkultur-Labels zum ersten Mal überhaupt ungeschnitten zu sehen ist. Nun ja, was früher ziemlich starker Tobak gewesen ist, schockt einen heutzutage natürlich nicht mehr allzu sehr, weswegen sich nun sogar schon 16jährige an den dezenten Gewalt-Einlagen und einigen verhuschten Nackedeis in Schwarzweiß ergötzen können, wenn sie es denn wollten. Als kurzweiliger Krimi-Trash geht das Ganze aber allemal immer noch durch, zumal die Inszenierung von Olsen, dem der Sinn vornehmlich nach lupenreinem Genre-Entertainment ohne moralischen Zeigefinger steht, wie schon in seinen späteren Beiträgen "Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn" und "Das Rasthaus der grausamen Puppen" ganz schön auf die entsprechenden Schauwerte hin gebürstet ist. Insgesamt betrachtet gelingt es ihm dabei einigermaßen, die Krimi-Story rund um den Prostituierten-Mörder mit - für damalige Verhältnisse - recht freizügigen Sex-Einlagen und dem nicht immer ganz glaubwürdig geschilderten Blick auf das Unterwelt- und Rotlicht-Milieu der Main-Metropole (inklusive Mund-Mische galore!) auszubalancieren, weswegen "In Frankfurt sind die Nächte heiß" irgendwie doch immer noch amüsant ist. Fazit: Als Thriller hemmungslos veraltet und nicht mehr konkurrenzfähig, aber dafür beinahe schon von zeitdokumentarischem Interesse.
6/10