Die Folge könnte auch gut und gerne die anrüchigen Seiten des Inspektor C heißen. Der englische Titel "It’s all in the game" ist vielleicht sogar passender, als "der Tote in der Heizdecke", denn hier wird wirklich ein ambivalentes Spiel getrieben, aber dazu später mehr.
Der deutsche Titel deutet mehr auf die Tat hin und den Fall betreffend haben wir auch hier wieder Futter für Krimifans. Aus kleinen Indizien (Stichwort Kühlschrank, Sicherung, Licht, Steckdose) wird der große Kreis geschlossen, wie man es von einem guten Columbo gewohnt ist.
Noch interessanter ist hier allerdings das Spiel zwischen der Haupt-Täterin (Faye Dunaway) und Columbo. Das entwickelt eine herrliche Dynamik und moralisch doppelte Böden, wie man sie so selten sieht. Columbo lässt sich dieses Mal richtig bezirzen und ist offen wie selten zuvor. Spannend ist auch, dass man mehr denn je erfährt, was er sich denkt. Seine Beobachtungen bzw. Beschattungen sind nicht heimlich oder man nehme die herrlich lakonischen und knackigen Dialoge mir Bar-Besitzer Barney, der spätestens seit dieser Episode einen Kultstatus haben muss.
Columbo: "Bist du jetzt schon Psychologe?" Barney: "Wenn man so etwas betreibt, wird man das!" Klasse! Er hält dem Inspektor auch immer wieder den Spiegel vor und ist in diesem Fall so etwas wie die moralische Instanz des Ermittlers. Der lässt sich nämlich dieses Mal ordentlich einlullen, einladen, beschenken, verschenkt selbst Blumen und ja, er knutscht sogar fremd, als ob es nichts Normaleres gibt, obwohl die mysteriöse Mrs. Columbo auch hier nicht unter den Tisch gekehrt wird und er sogar vermutet, dass es eine Taktik der Täterin ist. Columbo vergisst mal zeitweise seinen Berufs-Kodex, das ist ambivalent sympathisch und menschlich, wobei auch immer so ein Stück weit Undurchsichtigkeit bleibt. Was soll das? Ist es Opportunismus oder doch Zerrissenheit?
Eine finale Auflösung gibt es in diesem Punkt auch nicht. Columbo wirkt fast besessen etwas auflösen zu wollen. Er macht indirekt Druck, um einen Fall, der vielleicht im Sand verlaufen wäre, eindeutig aufklären zu können. Die Täterin macht es ihm leicht, nur ihre Komplizin soll verschont bleiben, dafür unterschreibt sie ein Geständnis, obwohl sie wahrscheinlich nicht mal überführt hätte werden können. Columbo spielt das Spiel mit. Vielleicht auch aus Selbstschutz bzw. Selbstgerechtigkeit. Er kommt der Pflicht doch noch nach, seine verbotene Muse ist weg und moralisch macht er etwas unbürokratisch richtig, indem er immerhin die Tochter gewähren lässt. Das Opfer war eh niemand, wie Barney auch in einem Gespräch der beiden andeutet, der die volle Gerechtigkeit verdient hätte. Ein in jeder Hinsicht interessanter Fall!