Hugh Creighton wollte seine langjährige Geliebte, die Rocksängerin Marcy Edwards, verlassen, woraufhin sie ihn erpreßt (sonst seine "dunklen Geschäftspraktiken" aufzdecken) und eine hohe Geldsumme von ihm fordert. Daraufhin wird Marcy von Creighton erwürgt. Creighton stellt Marcys Liebhaber als den Mörder hin, den er zur Mordzeit betäubt. Er selber verschafft sich ein Alibi, indem er seine Assistentin Trisha mit seinem Foto vor dem Gesicht von einer Radarfalle fotografieren läßt.
Der böse Bub der heutigen Episode ist ein absoluter Staranwalt, der noch nie einen Fall verloren hat, was insofern doppelt wichtig ist, da er so in der Lage ist durch zahlreiche Kontakte Druck auf Columbos Chef und natürlich letztlich auf den Inspector ausüben kann. Da seine deutlich jüngere Geliebte und leidenschaftliche Fremdgängerin auf den Laufpass zickig und mit Erpressung reagiert, unterschreibt sie damit natürlich unwissend ihr Todesurteil, das Creighton sehr geschickt umsetzt.
Was ich sehr beindruckend fand, ist die äußerst umsichtige Akribie, mit der die Tat vorbereitet und durchgeführt wird inklusive der Beseitigung der Spuren. Da wird sogar daran gedacht den Sitz des geklauten Trucks wieder in die Originalstellung zurückzuschrauben (was allerdings beweistechnisch später sogar zum Bumerang wird)und diverse Umfüllungen der Champagnerflaschen vorzunehmen in denen das Schlafmittel eingefüllt wurde. Der Mord wird so dem Lover untergeschoben und zur absoluten Sicherheit läßt er sich scheinbar von einer Geschwindigkeitskontrolle blitzen, da kommt eine Menge Arbeit für die Cops zusammen.
Hier bleibt wirklich ein Rätsel, wie Columbo mal wieder im Millisekundenbereich den Richtigen als Täter ins Visier genommen hat, kleinere Hinweise darauf tauchen ja erst später auf, muß wohl Berufserfahrung sein. Klar, das auch trotz allem noch kleinere Indizien wie falsche Korken oder ein falscher Gärtner auftauchen, was allerdings kaum als Beweis weiterhilft, wenn der Verdächtige ein guter Kumpel sämtlicher Stadtoberen ist. Das ändert sich erst mit der Aufdeckung des Beweisfotos als Fälschung.
Wie gesagt, Tödliche Liebe liegt da ein wirklich cleveres Script zugrunde. Man muß zwar auf die gewohnten Anekdoten über seine Frau und Hund verzichten, dafür gibt es erst- und einmalig den alten Peugeot als Cabrio zu sehen. Nicht wirklich gelungen ist auch der Gastauftritt von Little Richard, was ähnlich nach Schleichwerbung müffelt, wie einst von ihm in einer A-Team Episode. Bleibt eine knapp überdurchschnittliche Folge (also immer noch ein toller Krimi) mit kleineren Durchhängern.
7/10