Sean Brantley und Dian Hunter sind Herausgeber des Männer-Magazins "Bachelor's World", einer berühmten Zeitschrift, die jeden Monat eine junge Frau als "Nymphe des Monats" kürt. Als Sean in einem Fernsehinterview bekannt gibt, dass er die "Nymphe des Jahres" Tina heiraten will, beschließt Dian, Seans ehemalige Geliebte, ihren 51%-Anteil des Magazins an den englischen Medien-Mogul Sir Harry Matthews zu verkaufen. Als Dian Sean zur Rede stellt, gibt dieser vor, seine Aussage wäre lediglich ein Publicity-Gag. Doch Dian hat genug von Seans Spielchen und will ernst machen: Mit dem Verkauf wäre Seans Luxusleben passé.
Die neunte Columbo Staffel strotz richtig vor Innovationen, nach dem ungewöhnlichen Selbstbildnis eines Mörders versucht man auch bei Wer zuletzt lacht ein wenig Innovation in den bekannten Ablauf einzustreuen. Hier weiß man nämlich auch als Zuschauer lange Zeit gar nicht was los ist, ist Dian jetzt wirklich verschwunden, vielleicht sogar ermordet oder doch nur ein Komplott den sie mit ihrem schmierlappigen Partner Sean ausgeheckt hat, um die Auflage nach oben zu treiben. Columbo jedenfalls tippt auf Mord und geht damit bei der Presse und seinen Chefs gehörig baden.
Im Grunde gibt's hier sogar zwei Fälle zum Preis von einem. Den Großteil nimmt natürlich die Ermittlung des vermeintlichen Mordes in Anspruch. Die beiden Partner legen dabei eine äußerst geschickte Indizienkette bis ins kleinste Detail zurecht, die die Polizei mächtig auf den Holzweg schickt, so daß man den Inspector nur zu gut versteht, wenn er nach der Überführung auch persönliche Genugtuung empfindet und dem Übeltuer ganz nonchalant den Schampus auf die Füße kippt.
Die Auflösung fällt dabei recht clever aus, indem Columbo den Pieper der erneut Verschwundenen nicht finden kann und einfach mal die Nummer anwählt, so daß es aus der Wand klingelt, wo das Opfer schon für die Ewigkeit platziert wurde. Ganz amüsant ist auch der ständige Hugh Hefner Unterton, dessen Leben und Wohnen deutlich Pate für das Script gestanden hat. Auffällig auch das auf einmal Columbos legendäre Flugangst verschwunden ist, wenn er mit dem Helikopter vor der Skyline von LA kreist.
Ansonsten macht es Fun auch als Zuschauer mal mitzurätseln, ob oder was denn gegebenenfalls überhaupt passiert ist. Normalerweise basiert das Konzept ja darauf, erst ausführlich Mord und Mörder zu zeigen, um dann Bluthund Columbo von der Leine zu lassen. Mir gefallen so kleine Variationen.
7/10