Review

Den Film habe ich mir auf einer Empfehlung geholt. Ich bin den Asia-Kino nicht abgeneigt und fand die Beschreibung auch sehr interessant.
Gleich vorweg kann ich sagen, dass auch Kritiker asiatischer Filme hier mal einen Blick riskieren können, da hier nicht auf typische fernöstliche Gebräuche gesetzt wird. Zu Beginn wirkt auch alles hochinteressant. Eine junge Studentin, die sich das Fotografieren zum Hobby gemacht hat, entdeckt ihre Vorliebe den Tod sehr nah zu sein und knipst anfangs Hühner während ihrer Schlachtung, nachdem sie Zeugin eines Autounfalls wurde und ein Menschen bei seinem Ableben dokumentiert. Sie rutscht immer weiter in den Strudel morbider Taten und auch ihre beste Freundin kann nur hilfslos zuschauen. Das geht hin bis zu übermütigen leichtsinnigen Aktionen am Balkon oder die schockierende Erkenntnis, irgendwann mal einen Menschen umbringen wollen zu können.

Der Film spielt sehr gut mit Farbfiltern, welche gekonnt in vielen Szenen die Atmosphäre unterstreichen, welche ohnehin oft schon beklemment ist. Schauspielerisch wird das verrückt werdende Mädchen mehr als überzeugend gespielt. Zwischenzeitlich wird der Film allerdings an manchen Stellen etwas zäh, wo man mehr deutliche Thriller-Akzente hätte einbauen sollen.
Leider entwickelt dich AB-NORMAL BEAUTY zum Ende hin in eine völlig unverständliche Richtung. Es wird immer mehr Richtung Horror geschielt, bis man sich irgendwann in einem Torture Porn wiederfindet, was mich als Zuschauer sehr geärgert hat, da ich bis bis dato sehr gut aufgehoben gefühlt habe. Man hätte sich für etliche Wege entscheiden können, aber der hier gewählt überzeugt mich leider auf ganzer Linie nicht. Auch der Showdown wirkt sehr spontan und unüberlegt.

Warum der Film ungeschnitten nicht durch die FSK kam, bleibt mir ein Rätsel. Überbrutale Szenen sind hier wirklich nicht vorhanden und als Sicko kann man den Film gar überhaupt nicht beschreiben. Die wenigen Szenen, welche für eine FSK 18 geschnitten wurden, hätte man aus heutigen Verhältnissen auch getrost beilassen können. Bei einer Neuprüfung sollte uncut eine FSK 18 auf jeden Fall realistisch sein.

Fazit:
Man hätte hier einen wahren Kultfilm erschaffen können, doch leider driftet man im letzen Drittel zu sehr in eine komplett unerwartete und unnötige Richtung ab. Wirklich schade, weil bis dahin war der Film vom Storytelling, bis auf ein paar Schwächen, wirklich sehr interessant und gekonnt.

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