Nachdem Michael Myers in den ersten beiden Teilen der „Halloween“-Reihe sein Unwesen trieb, nahm sich dieser in dem 3. Film der Reihe wohl eine Auszeit. Das war schlecht, denn so wurde einer der miesesten Nachfolgerfilme überhaupt geboren.
In „Halloween 3-Season of the Witch“ geht es nun um den irren irischen Spielzeugfabrikanten Cochran (Dan O`Herlihy, bekannt als OCP-Chef aus „RoboCop“), der mit seinen todbringenden Halloween-Masken eine Katastrophe auslösen will. Ein Arzt (80er-Jahre-Star Tom Atkins) und die Tochter eines Opfers des Fabrikanten kommen hinter das dunkle Geheimnis und wollen ihm das Handwerk legen…
Klingt einigermaßen originell? Nun, ist es auch. Schade nur, dass sowohl die Story mit hohem Potenzial als auch der atmosphärisch-stimmige Suspense-Soundtrack von John Carpenter (der Regisseur und Komponist des ersten „Halloween“-Films, der hier neben Debra Hill auch als Produzent fungierte) und Alan Howarth an ein langatmiges Drehbuch und eine lahme Inszenierung komplett verschenkt wurden. Umso mehr enttäuscht ist der gebeutelte Zuschauer, wenn er erfährt, dass kein gänzlich Unbekannter, sondern der genreerprobte Tommy Lee Wallace (er schuf später immerhin „Stephen Kings`s Es“) auf dem Regiestuhl saß und diesen Schmarrn verzapfte. Ist der Anfang noch spannend und macht Lust auf mehr, versandet der Film immer mehr im Mittelteil und langweilt den Normalzuschauer irgendwann. Einige nette Splatter-Szenen (die FSK-18-Fassung ist indiziert) und der schon erwähnte stimmungsvolle Soundtrack retten dabei den Film vor der totalen Bruchlandung.
AB HIER NUN EIN PAAR KLEINE SPOILER IN DER STORY:
Lächerlich ist dabei der hirnrissige Zusammenhang zwischen dem Diebstahl eines Stonehenge-Steines und der Explosivität der Masken, welche durch die „magischen Kräfte“ selbiger bedingt ist. Etwas keltischer Mythos zu Halloween noch dazu und fertig ist die Motivation Cochrans, einen Massenmord zu verursachen. Dass seine „irischen“ Schergen Maschinen bzw. „mechanisches Spielzeug“ sind, ist eine der unerwarteteren Wendungen des Films. Damit hat auch noch einmal das Finale des Films zu tun – aber mehr wird nun wirklich nicht verraten. Mit dem Keller-Bunker-Gewölbe, in dem sich zum größten Teil das letzte Viertel des Films abspielt, hätte man durchaus eine beengend-klaustrophobische Atmosphäre erzeugen können, um noch einmal richtig Angst zu verbreiten. Aber auch diese Möglichkeit blieb ungenutzt.
UND AB HIER KEINE SPOILER MEHR – FAZIT:
Wer einen Slasher-Film im Michael Myers-Stil erwartet wird enttäuscht sein und der Horror-Fan wird angesichts der originellen Story einer verpassten Gelegenheit nachtrauern. Auch Splatter- und Gore-Fans wird dieser Film nicht befriedigen. Zwar sind solche Szenen enthalten und auch recht gut gemacht, allerdings ziemlich spärlich gesäht. Die Darstellerleistungen sind Durchschnitt, ebenso das Drehbuch. Das Einzige, was richtig verärgert ist die miese Inszenierung, die weder in Sachen Spannung, Atmosphäre oder auch nur Kurzweiligkeit und Unterhaltungswert zu überzeugen weiß. Da wünscht man sich glatt den Myers zurück, damit es auch mal etwas Action gibt. Für Fans der Reihe sicherlich ok, ebenso auch für Horror-Cracks oder Trash-Fans. Alle anderen sollten „Halloween 3“ aber wirklich meiden.