Review

Auch dieser Film wird von vielen scharf angegriffen: Halloween 3.
Dieser hat mit den anderen Teilen nämlich gar nichts gemeinsam und das gibt ihm von vornherein für viele schon einen dicken Minuspunkt. Hätte man ihm einen anderen Titel gegeben, wäre die Wertung hier mit Sicherheit etwas höher.
Die Handlung ist etwas unkonventionell, aber das macht doch nichts, und doch ist das schon wieder ein Grund, dass viele gleich rummeckern.

Im Prolog wird ein Mann von Unbekannten gehetzt, die alle gleich aussehen. Schließlich fürhrt es dazu, dass der Mann ins Krankenhaus muss und dort behandelt wird. Bis einer der Unbekannten kommt und ihm mit den Fingern in die Augen sticht und von innen sämtliche Gesichtsknochen bricht. Diese ,,Unbekannten" sind Roboter und wurden von einem sehr bösen Menschen entwickelt.
Und dieser böse Mensch ist ein irrer Spielzeugfabrikant (gespielt von Dan O´Herlihy, bekannt aus ,,Robocop" 1987) , der seine Halloweenmasken im ganzen Land vertreibt. Doch die so nett aussehenden Masken bergen ein schreckliches Geheimnis. Und zwar verfolgt der Spielzeugfabrikant einen finsteren Plan, der es vorsieht, dass die Masken durch ein Signal aus dem Fernseher einen Tötungsmechanismus aktivieren und das jeweilige Kind tötet. Deshalb muss unbedingt verhindert werden, dass die Kinder sich am Halloweenabend die Sendung von ,,Silver Shamrock" ansehen.....

Wie gesagt, das alles hat mit Michael Myers nicht das allergeringste zu tun. Regisseur Tommy Lee Wallace (,,Urlaubsflug auf die Insel des Grauens" 1992) beschritt hier zusammen mit Co-Pruduzent John Carpenter ganz neue Wege. Das Publikum war da eher skeptisch und ,,Halloween 3" fand keine große Anerkennung. Aber gut, bei mir jedenfalls schon und deshalb gibt es 8 Punkte. Die Story enthält schon einen gewissen Trashwert, aber der wird nicht ausgespielt und so bewegt sich der Film auf einer konsequent ernsten Ebene. Die Geschichte führt einen Arzt und eine Frau zusammen, deren Vater der verstorbene Mann vom Anfang des Films war. Zusammen kommen sie dem ,,Silver Shamrock"-Komplott auf die Schliche. Und zwar liegt diese Fabrik in einer etwas seltsamen Stadt, in der Lautsprecher installiert sind und die Bürger abends immer auffordern, nach Hause zu gehen. Was das soll, erfährt man allerdings nicht. Nachdem die beiden in der Stadt angekommen sind, spielt der Rest des Films dort. Man darf die Fabrik auch mal von innen bestaunen. Es passiert eigentlich nichts weiter nennenwertes. Ab und zu gibt es auch ein bisschen Gewalt zu sehen; Splatterhöhepunkt stellt wahrscheinlich die Szene dar, in der ein Penner von zwei Robotern (die aber aussehen wie Menschen) den Kopf abgerissen bekommt, was man in Nahaufnahme betrachten darf. Warum Shamrock das ganze Theater mit den Masken macht, darauf bekommt man keine Antwort. Wahrscheinlich mal wieder Spaß.

Bei verschiedenen Fassungen von ,,Halloween 3" tun sich die größten Widersprüche auf. Nehmen wir mal die TV-Fassung, die jedes Jahr zu Halloween auf RTL 2 läuft (bevorzugt um 23.55Uhr). Die ist wirklich so extrem stark gekürzt, dass einem die Spucke wegbleibt. Bitte nur anschauen, wenn ihr mal wieder lachen wollt! Es sind wirklich so harmlose Szenen rausgekürzt worden, das glaubt man nicht. Einen Kratzer, den man nur aus der Entfernung sieht, fehlt. Und viele solcher Sachen, so dass man kein Spürchen von Gewalt mehr findet. Und diese Fassung hat eine Freigabe ab 18! Und als ob das nicht schon skandalös genug wäre, ist die Best Entertainment Fassung ab 16 (!) um drei Minuten Gewalt länger! In der Fernsehfassung gibt es auch keine Szenen, die bei der 16er fehlen, um der 18er-Freigabe wieder gerecht zu werden. Eigentlich ist die TV-Fassung eine FSK 12-Fassung, könnte man meinen. Das wäre genau so, wie wenn man vor der FSK 12-Fassung von ,,The Rock" eine 18er-Warnung dranbringt, obwohl die 16er-Fassung ja länger ist. Wirklich ein Rätsel. Jaja, RTL 2 ist schon so ein Sender, bei dem man nie so genau weiß....

8/10 Punkte

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