Sehr seltsam mutet es heute an wenn man sich den dritten Teil der bekannten „Halloween-Reihe“ ansieht, denn der (Anti)Held dieser Filme, Michael Myers taucht nicht auf, stattdessen geht es um eine vollkommen fremde Story, die so banal ist das es sich kaum lohnt sie zusammenzufassen. Eigentlich handelt es sich bei dieser Entscheidung um den Plan von John Carpenter weitere Horrorfilme zu produzieren und diese dann als lose Halloween-Reihe gewinnbringend zu vermarkten. Der Versuch fiel gnadenlos durch, sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum und so gab Carpenter seine Idee schnell wieder auf. Nach diesem Teil gab er die Reihe aus der Hand und Michael Myers wurde reanimiert.
„Halloween 3“ jedenfalls ist ein totaler Flop: Die Story (mal abgesehen davon das man hier anderes erwartet) ist erbärmlich und wurde ohne Höhepunkte oder Tempo erzählt. Goreeffekte gibt es nur selten, diese sind zwar technisch gut gemacht, allerdings viel zu selten um als wirklicher Pluspunkt zu gelten. Obwohl Carpenter die Musik schrieb ist nicht mal diese erwähnenswert, eintönig ist gar kein Ausdruck.
Atmosphäre oder gar Spannung wird zu keinem Zeitpunkt erzeugt, das liegt hauptsächlich an der uninspirierten Geschichte und zweitens an den blassen Charakteren von denen man keinen einzigen in Erinnerung behalten möchte.
Zwar gibt es noch weitaus schlechtere Filme als „Halloween 3“ doch im Kontext der Reihe muss man einfach die Tiefstwertung geben. Das einzige was den Film davor bewahrt ist der Mut etwas anderes schaffen zu wollen und nicht einfach den Charakter Michael Myers auszubeuten. Hat aber nicht geklappt und ein unterhaltsamer wenn auch innovationsloser Vertreter wie „Halloween 4“ gefällt mir da wesentlich besser, vor allem weil es im Slasher-Genre allgemein nicht um Tiefsinnigkeit oder Abwechslungsreichtum geht.
Regisseur Tommy Lee Wallace ist es sicherlich nicht alleine schuld das sein Regiedebüt so ein Schuss in den Ofen geworden ist, denn handwerkliches Geschick bewies er mit der TV-Literaturverfilmung „Es“ und auch mit dem Sequel zum Kultfilm „Fright Night“. Nach zahlreichen Erfahrungen als Assistent bekam er die Chance auf einen eigenen Film - mit dem Ergebnis dürfte er wohl heute nicht mehr zufrieden sein, auch wenn kein großer Filmemacher aus ihm geworden ist.
Fazit: Der schlechteste Teil der Reihe, muss man selbst als richtiger Fan nicht gesehen haben, selbst die schlechteste Fortsetzung von „Freitag der 13.“ Ist da noch besser.
1,5 / 10