Selten fiel ein Sequel so sehr gleichsam bei Publikum und Kritik durch wie „Halloween 3“, aber die schlappe Fortsetzung kann auch niemanden so wirklich glücklich machen.
Michael Myers bekommt hier nur einen Gastauftritt spendiert, wenn der Erstling im TV läuft, stattdessen killen hier Erfüllungsgehilfen einer geheimnisvollen Organisation, die sich notfalls auch selbst einäschern, um Spuren zu verwischen. Zuvor ermorden sie jedoch einen vor ihnen fliehenden Spielzeughändler in dem Krankenhaus, in dem Dr. Dan Challis (Tom Atkins) seinen Dienst versieht. Der wird von einer nicht wirklich motivierten Sucht geplagt, mehr darüber zu erfahren, ebenso wie Ellie Grimbridge (Stacey Nelkin), die Tochter des Toten.
Das Duo kann in Erfahrung bringen, dass Ellies Vater die Mörder auf seine Fährte brachte, nachdem er eine Ladung Halloween-Masken beim Hersteller abholte. In dem Ort, in dem sich die Fabrik befindet, scheint auch einiges im Argen zu liegen, weshalb Dan und Ellie das Kaff näher unter die Lupe nehmen...
John Carpenter produzierte hier und steuerte einen Teil der Musik bei, Drehbuch und Regie überließ er aber seinem langjährigen Weggefährten Tommy Lee Wallace. Der macht als Regisseur den eindeutig besseren Job trotz des groben Schnitzers, dass der Werbespot des Maskenherstellers stets „Eight more days to Halloween“ spielt, selbst wenn es weniger Tage bis zum 31ten Oktober sind. Doch ansonsten kann Wallace dem Film oft noch Atmosphäre verleihen, z.B. beim Auftakt oder wenn die seelenlose Übelwichte unseren Helden durch das nächtliche Kaff jagen.
Solche ordentlichen Momente sind dünn gesät, denn gerade der Versuch von „Halloween 3“ als Sequel mal etwas Neues zu bieten geht gründlich in die Hose. Da Michael Myers nicht vorkommt, ist er schon als Teil der „Halloween“-Franchise relativ unbrauchbar, doch „Halloween 3“ ist noch nicht mal richtiger Horror, sondern eher eine Art Krimi mit übersinnlichen Elementen. Leider mit wenig Tempo, wenig Spannung und massig Langeweile. Ganz ohne Drive werden die Szenen hier heruntergespult, sodass „Halloween 3“ schnell anödet.
Ganz besonders bekloppt ist das Motiv, das hinter der ganzen Chose steckt. Erraten wird es bei Erstansicht wohl niemand, vor allem aber, da es gänzlich hanebüchen und unplausibel ist. Das Geheimnis der seelenlosen Erfüllungsgehilfen ahnt man freilich früher, es ist aber ähnlich bescheuert. Allenfalls die Überraschung kurz Schluss, was eine der Hauptfiguren angeht, kann man noch als gelungen ansehen, während das zwischen offen und böse schwankende Ende einfach unbefriedigend wirkt.
Einzig und allein die wenigen Mordszenen gehen etwas in Horrorrichtung, sind aber dünn gesät und selbst in der ungekürzten Fassung kaum der Rede wert. Teilweise wird im Off gemordet, einige Szenen wie ein abgerissener Kopf sehen auf dem Papier heftiger als auf dem Bildschirm auf und die wenigen Effekte sind selbst für das Herstellungsjahr von „Halloween 3“ nur mäßig. Spannung kommt bei den Morden allerdings auch selten bis nie auf, sodass die Szenen meist nur aufgesetzt wirken.
Tom Atkins bemüht sich redlich gegen das schrottige Script anzuspielen, das die Hauptfiguren nach einer Weile ohne ersichtlichen Grund rattig aufeinander sein lässt, schafft dies aber nur mäßig. Stacey Nelkin hat die Ausstrahlung eines Milchbrötchens, Dan O'Herlihy als Chef der Übelwichte kann auch kaum was reißen und einige Nebendarsteller, vor allem Nancy Keyes als Dans Ex-Frau, spielen so überzogen, dass es fast schon an eine Parodie grenzt.
Bleibt ein vollkommen misslungenes „Halloween“-Sequel, das vom Plot noch nicht mal richtig zur Reihe gehört und stattdessen einen gänzlich bescheuerten Krimi mit übersinnlichem Einschlag präsentiert, der aber durchweg langweilt. Als Regisseur kann Tommy Lee Wallace den einen oder anderen guten Moment präsentieren, aber der Rest des Films, vor allem sein Script, sind schlicht und einfach für die Tonne.