Review

Eines gleich vorneweg. Als ich den Film zum ersten Mal sah musste ich ihn mir von einem Elternteil ausleihen lassen (noch nicht volljährig gewesen). Dank der Indizierung des Streifens war ja kaum was über den Inhalt bekannt. Ich bin also voll auf den Titel reingefallen und hatte also die volle Negativ –Überraschung, als ich feststellen musste, dass die ganze Schose offenbar ohne Michael Myers abläuft. Für diesen Etikettenschwindel „Halloween III“ gibt’s also gleich von vornherein Punktabzug.

Sicherlich ist die Idee von Carpenter, jedes Jahr (oder zumindest in regelmäßigen Abständen) einen neuen Film für das gruselige Fest herauszubringen, durchaus reizvoll. Doch dieser halbgare Versuch eines guten Horrorfilms machte dem ziemlich schnell ein Ende.

Dabei soll ja der für „Quatermass“ und dem „1984“ – Fernsehstück (mit Peter Cushing) gefeierte Autor Nigel Kneale an der Grundstory gefeilt haben. So hat die Geschichte denn auch mit dem klassischen Slasher – Konzept nichts mehr zu tun. Viel eher werden hier Sience Fiction – Elemente eingebracht. Letztendlich steuert man dann auf eine Pointe zu, die schon Züge der Paranoia – SF aufweist, indem man auf ein beinahe apokalyptisches Szenario zuzusteuern scheint.

Nichtsdestotrotz ist die Story um einen Arzt, der den Machenschaften eines mysteriösen Spielzeugfabrikanten in einer seltsamen Kleinstadt nachzugehen versucht (zusammen mit der Tochter eines grausam ermordeten Patienten, der ihn auf die Spur brachte) äußerst dünn. Spannung kommt nur selten auf, da der Zuschauer bezüglich der Geschehnisse genauso im Dunkeln tappt wie die Protagonisten. Lediglich einige, mitunter sehr blutige, Schockeffekte, hie und da eingestreut, halten den Zuschauer bei der Stange. Atmosphäre wird nur durch den gewohnt guten Synthesizer – Soundtrack von John Carpenter und Alan Howarth erzeugt, der noch das Beste an diesem Film ist.

Auch auf der Darstellerseite sind hier Probleme zu verzeichnen. Tom Atkins kommt hier ungewohnt blass rüber. Er wirkt in der Rolle des positiven (Anti- ) Helden hier reichlich deplaziert. Diese hatte er in „The Fog – Nebel des Grauens“ sehr viel besser ausgefüllt, dort musste er allerdings auch nicht die Hauptrolle spielen. Stacy Nelkin blamiert sich nicht, fällt aber auch nicht weiter positv auf. Der einzige Lichtblick ist Dan O’ Herlihy als Cochrane. Er bringt diabolischen Charme und Eleganz ein und reißt somit im letzen Drittel doch noch etwas raus.

Die bereits erwähnte Pointe, die eine Katastrophe unbekanntem Ausmaßes verheißt, wirkt dann eher bemüht als irgendwie beklemmend oder gar Furcht einflößend.

Im Endeffekt heißt das also: Experiment misslungen, Patient tot. Aber nur für ca. 6 Jahre, denn dann wurde Michael Myers vom ausführenden Produzenten Moustapha Akkad wieder reaktiviert. „Halloween III“ hingegen ist ein schwacher Horrorfilm, aufgrund des schwachen Skripts. Die Inszenierung ist auf Standart – Niveau (dass Tommy Lee Wallace es besser kann zeigte er acht Jahre später mit seiner „Es“ – Verfilmung, da er jedoch hier Hauptverantwortlicher für das Drehbuch war, ist ihm dennoch die Schuld anzukreiden) und ebenso die Schauspieler (abgesehen natürlich von O’ Herlihy). Für Gore – Fans einen Blick wert (die oft im Fernsehen gezeigte, verstümmelte FSK:18 [?] - Version ist natürlich ein Witz).

4 / 10

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