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Nach dem Welterfolg und Horrorklassiker "Halloween", an den kurze Zeit später sein erstes Sequel nahtlos angeknüpft wurde, entstand 1982 eine weitere Forsetzung des Slasherfilms. Diese hat aber weder was mit den Vorgängern noch mit seinen Nachfolgern zu tun, denn im Prinzip ist "Halloween 3" nichts Anderes als ein eigenständiger Film, der wohl die Erfolgswelle seiner unmittelbaren Vorgänger nutzen wollte, um etwas mehr ins Rampenlicht zu geraten. Und das ist auch schon das größte Manko, das der Film mit sich bringt. Zumindest was die Meinung vieler anbelangt. Als Michael-Myers-Film enttäuscht "Halloween 3" natürlich auf voller Linie, aber wo ein Michael Myers nicht auftaucht, müssen auch keine Parallelen zu anderen Teilen der Reihe gezogen werden, auch wenn die Filme den gleichen Namen tragen.
Denn als eigenständiges Werk weiß "Halloween 3" durchaus zu überzeugen. Langsam, fast schon schleppend wird der Zuschauer in die Story eingeweiht, ohne aber gelangweilt zu werden. Eine beängstigende Atmosphäre wird einem geboten, wobei Musik und Kameraführung dazu einen gehörigen Teil beitragen. Vor allem der Beginn kann mit übrigen Horrorfilmen spielend leicht mithalten. Man sieht eine Großaufnahme einer Straße, das über mehrere Sekunden hinweg. Kurz darauf sieht man eine kleine Bewegung am Ende des Bildes, die daraufhin imme größer wird. Die Bewegung wird von einem alten Mann verursacht, der auf der Flucht vor irgendwas zu sein scheint. Aber vor was? Kurz darauf liegt dem Zuschauer eine Antwort vor, ein paar Männer in einem Auto wollen dem Penner nach dem Leben trachten. Dieser flieht in eine nahegelegene Tankstelle, wo er dann letztendlich in Ohnmacht fällt. Er wird in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert, in dem er aber bald endgültig aus dem Leben scheidet, da er von einem mysteriösen Mann getötet wird, der wiederum unmittelbar danach Selbstmord begeht. Diese Tat wurde von einem Doktor, der in dem Krankenhaus arbeitet, beobachtet. Gemeinsam mit der Tochter des getöteten Penners macht sich dieser auf die Suche nach den Verantwortlichen des Mordes. Der alte Mann hatte einen Laden, in dem er Halloween-Masken verkauft hat und im Kalender des Getöteten erkennen sie, dass die Ursache für den Tod zwischen dem 20. und 22. Oktober liegen muss. Und in eben jenen Tagen war er in einer Stadt, um dort eine neue Lieferung an Halloween-Masken abzuholen. Der Doktor und die Tochter des alten Mannes machen sich in Richtung Stadt.
Na ja, die Story ist etwas hanebüchen und unrealistisch obendrein, aber das ist sicher kein Punkt, weswegen sich über einen Horrorfilm zu ärgern nicht lohnen würde. Vielmehr ist es die andauernd wiederholte Silver-Shamrock-Werbung, die in den TV-Sendern den ganzen Tag rauf und runter laufen zu scheint. Spätestens nach dem zweiten Mal nervt das Ganze, nur schade, dass sich das noch um weitere 30 Mal wiederholen wird. Nicht, dass ich penibel und kleinlich bin, aber jeder, der "Halloween 3" schon gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Das nächste und eigentlich auch schon letzte Manko sind die schlechten Effekte, die am Computer animiert wurden, weil ein blauer Strahl, der aus irgendeinem Mikrochip, der sich im Silver-Shamrock-Logo befindet, schießt, macht sich in einem Horrorfilm, der sonst ohne solche Momente auskommt, nicht unbedingt gut. Leider tauchen diese Effekte auch noch beim Showdown auf, wodurch der Film noch eine Stufe tiefer rutscht.
Ob ihr es glaubt oder nicht, mehrere Mankos hat "Halloween 3" eigentlich nicht aufzuweisen. Natürlich überzeugen die Schauspieler auch auf keiner Weise, schon allein der Doktor wirkt nicht nur fehlbesetzt, er ist es auch. Da man aber über diesen Aspekt bei durchschnittlichen Horrorfilmen hinwegsehen kann, weil es immer mehr zur Gewohnheit wird, ist das nicht weiter ärgerlich. Vielmehr wird durch recht beängstigende Musik und gekonnter Kameraführung, auch wenn diese alles andere als außergewöhnlich ist, düstere und bedrohliche Atmosphäre geschaffen, die meines Erachtens teilweise sogar über dem Durchschnitt der Filme von solcher Qualität liegt.
Für Leute, die Fans der "Halloween"-Reihe ist der Film sowieso Pflicht, auch wenn es für manche von ihnen vorher vielleicht eine Herausforderung darstellen mag, so schlechte Kritiken wie der Film eingeheimst hat. Für Fans von Horrorfilmen ist "Halloween 3" teilweise geeignet, es kommt ganz darauf an, wie schnell man zufriedengestellt ist und was man sonst schon gesehen hat. Ein schlechter Film ist es meiner Meinung nicht unbedingt, der Regisseur zeigt uns, dass Können vorhanden ist, aber er hat einfach nicht genug daraus gemacht, was sicher nicht nur am miserablen Drehbuch liegt. Dennoch ist das Gesamtergebnis nicht so schlecht wie sein Ruf! 5/10 Punkte

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