Review

Tommy Lee Wallace (Es, Mein Nachbar der Vampir) begann seine Karriere als Cutter unter John Carpenter. Unter anderem arbeiteten die Beiden in "Halloween" und "The Fog" zusammen. Nun hat Wallace ein eigenes Screenplay geschrieben, John Carpenter und Debra Hill fungieren als Produzenten und knappe 3 Millionen Dollar landen im Ausguss. Doch warum der Titel "Halloween III ? Vielleicht um eine bessere Vermarktung zu gewährleisten, denn dieser Horrorschrott hat mit der Slasherserie um Michael Myers gar nichts zu tun.

Ein Patient von Dr. Dan Challis (Tom Atkins) wird ermordet, der Killer richtet sich danach selbst hin. Dan lässt das keine Ruhe und auch die Tochter des Opfers, Ellie Grimbridge (Stacey Nelkin) stellt eigene Nachforschungen an. Und zwar stoßen sie auf die dubiose Firma "Silver Shamrock" im abgelegenen Kaff Santa Marin. Der Geschäftsmann Conal Cochran (Dan O´Herlihy) leitet die Firma und stellt dort Masken für Halloween her. Und er verfolgt einen schrecklich Plan, denn seine Masken haben einen Chip eingebaut, welcher an Halloween durch einen Werbespot aktiviert wird. So will er tausende von Kinder grundlos töten. Dan und Ellie wollen den Wahnsinnigen aufhalten.

Die Sache mit den tödlichen Halloweenmasken ist sogar für einen derartigen Horrorfilm weithergeholt, doch Cochrans Roboterarmee ist dann deutlich zuviel des Guten. Man muss hier weit mehr, als beide Augen zudrücken, um "Halloween III" ertragen zu können. Vor allem hat Cochran gar kein Motiv, um solch ein Massaker anzurichten. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, hat ganz Santa Marin im Griff, eine eigene Armee von Killercyborgs und hat es dann nötig solch eine größenwahnsinnige Idee zu umzusetzen. Ich weiss nicht was Wallace hier geritten hat, aber dieser Horrortrip ist total unlogisch. Gar lächerlich ist die Sache mit dem gestohlenen Stein von Stonehenge, welcher magische Kräfte besitzt. Aus dem Stein bestehen die ferngesteuerten Chips, welche an der Maske haften. Mittels eines eigens kreierten Werbespots werden die Chips an Halloween aktiviert und das Kind, welches so eine Maske trägt, stirbt einen grausamen Tod. Doch wenn es um die Geheimhaltung dieses Projekts geht, verhält sich Cochran sehr schlampig. Es ist sehr leicht in die Produktionshallen zu gelangen, dank mangelnder Wachkräfte und ausserdem zieht er mit den vielen Morden die Aufmerksamkeit auf sich. Selbst wenn seine Roboter nach dem Mord sich selbst in die Luft sprengen.

Und auch Hauptdarsteller Tom Atkins (Night of the Creeps, Maniac Cop) scheint nicht viel Lust gehabt zu haben. Sehr schwerfällig kurbelt er seinen Part herunter, seine Familie im Hintergrund hätte man sich schenken können. Stacy Nelkin (Dotterbart, Das Rennen ihres Lebens) fehlt es auch an Motivation, Dan O´Herlihy (RoboCop, Starfight) als Chef der Firma "Silver Shamrock" ist immerhin passabel. Trotzdem hat "Halloween III" ein paar gruselige Momente zu verbuchen. Auch wenn nicht viel passiert, ist das erste Drittel recht vielversprechend geworden. Das ausgestorbene Santa Marin wirkt irgendwie unheimlich. Oder als Ellie gekidnappt wurde und Dan vor den Robotern flüchten muss und bei "Silver Shamrock" einbricht, ist recht atmosphärisch in Szene gesetzt. Seine Kulissen hat Wallace auch im Griff, den Score komponierte John Carpenter selbst. Klingt manchmal wie eine Mischung aus "Halloween, The Thing" und Camerons "Terminator". Nur dieser Werbespot für Cochrans Halloweenmasken treibt einem wirklich in den Wahnsinn. Ich habe nach dem zehnten Mal aufgehört zu zählen. Es düfte wohl das Einzige sein, was einem von "Halloween III" gezwungenermaßen im Gedächtnis bleibt.

Man merkt deutlich, dass Wallace ein Zögling von Carpenter ist. Er erzählt seine Story ähnlich gediegen, jedoch mangelt es an Spannung und Atmosphäre. Auch die wenigen Goreeffekte machen den Bock nicht mehr fett. Ein Opfer bekommt die Augen ausgedrückt, ein Obdachloser den Kopf abgerissen und eine Gerichtsmedizinerin wird mit einer Bohrmaschine getötet. Das Ganze hört sich drastischer an, als es ist, denn nur das Abreissen des Kopfes ist wirklich blutig. Was die tödlichen Masken mit ihren Opfern anstellen ist eher kurios. Die Maske verformt sich und auf einmal krabbeln da unzählige kleine Spinnen herum und Schlangen. Wo die plötzlich herkommen, bleibt unklar. Sollte wohl mit dem magischen Stein zusammenhängen. Die Effekte sind ordentlich gemacht, hauen aber nicht vom Hocker, auch ist die immer noch anhaltende Indizierung längst überholt.

Die Story um die Halloweenmasken ist totaler Unsinn und wer sich hiervon blutige Goreeffekte erhofft, wird gnadenlos enttäuscht sein. Die Kulissen sind brauchbar, sowie Carpenters Score, die zusammen in vereinzelten Sequenzen für ein bisschen Atmosphäre sorgen. Die Darsteller sind höchstens durchschnittlich, Atkins und Nelkin agieren sogar ziemlich lustlos. So bleibt ein lahmer Horrorfilm mit völlig abstruser Story, der mit der "Halloween" Reihe gar nichts am Hut hat.

Details
Ähnliche Filme