„Halloween – Die Nacht des Grauens“ war ein absolutes Phänomen und das Interesse der Zuschauer an Michael Myers war auch nach der ersten Fortsetzung noch ungebremst. John Carpenter und Debra Hill wollten die Halloween Reihe aber weg vom Slasher und hin zu einer eigenständigen Horrorreihe bringen. Eine Idee die leider so nicht aufging. Und so wird „Halloween III – Season of the Witch“ auch heute noch als waschechter Flop gehandelt.
Als ein unbekannter Mann in einem Krankenhaus ermordet wird, rasselt der zuständige Doktor Dan Challis in eine mysteriöse Verschwörung, die ihn zu der Spielzeugfabrik Silver Shamrock führt. Dort werden die ach so beliebten Halloween Masken hergestellt, die massiv im Fernsehen beworben werden. Misstrauisch geworden forscht Dan mit der Tochter des Verstorbenen weiter nach und sie machen eine grauenvolle Entdeckung.
Ein Halloween ohne Michael Myers? Konnte das funktionieren? Die Antwort ist leicht - Nein! Und der Grund ist ganz einfach. Das Publikum war so von der Figur des schwarzen Mannes angetan, dass sie nicht genug von ihm bekommen konnten. Und so zeichnete sich Carpenters Plan „Halloween" in eine andere Richtung zu lenken, unter der Regie von seinem Kumpel Tommy Lee Wallace, als Himmelfahrtskommando ab. Sieht man den Film allerdings losgelöst vom Myers Universum, kann er trotz der eigentlich behämmerten Story recht gut gefallen.
Der größte Pluspunkt des Films ist die gruselige Atmosphäre des Streifens, unterstützt durch einen typischen Carpenter Synthiesoundtrack. Die Geschichte um einen verrückten Fabrikanten, der mit manipulierten Halloween Masken Amerika in ein Chaos versetzen will, klingt zwar in der Tat erstaunlich blöd, kann im Zusammenhang aber ganz gut unterhalten. Auf die Laufzeit bezogen fehlt es dem Film dann aber doch etwas an Drive, zudem kann sich nie so recht entscheiden, ob er nun Horrorfilm oder doch er Science Fiction sein möchte. Vor allem die Figur des Spielzeugleiters Conal Cochran ähnelt schon eher dem typischen James Bond Superschurken. Wirklich tolle Szenen wie die nächtliche Jagd Challis durch die Stadt oder die Anfangssequenz sind zu rar gesät.
Um die Horrorfans zufrieden zu stellen, wurden hier und da einige recht derbe Morde zelebriert, die zu VHS Zeiten drastisch zensiert wurden. Obwohl die Special Effects eher phantastisch als horrormäßig umgesetzt wurden, wirken sie leicht aufgesetzt, und passen nicht so wirklich in den Film. Nett anzusehen sind sie aber schon.
Auf schauspielerischer Seite tut sich derweil nicht allzu viel. Mit Tom Atkins als Dan Challis ist ein alter Bekannter aus Carpenters „The Fog“ am Start und Conal Cochran wird von dem erfahrenen Dan O’Herlihy verkörpert, den Genrefans sicherlich am Ehesten als OCP Chef aus „Robocop“ kennen dürften. Der Rest ist unbekannter Natur, aber durchaus sicher Thema.
Fazit: „Halloween III“ ist Halloween ohne wirklich Halloween zu sein. Soll heißen, dass Freunde des phantastischen Films einen recht eigenwilligen Horrorfilm sehen können, wenn sie sich damit anfreunden können, dass Herr Myers nur einen kurzen Gastauftritt im Fernseher absolviert. Puristen der „Halloween“ Saga dürften eher wenig Freunde mit diesem Film haben.