Review

Die Kritik beruht auf den ungeschnittenen Director´s Cut!

"Halloween III - Season Of The Witch" ist ein weiterer Teil aus der "Halloween"-Reihe um den unheimlichen Maskenmörder Michael Myers, die 1978 von Regisseur und Drehbuchautor John Carpenter ins Leben gerufen und 1981 fortgesetzt wurde.
Wer bei "Halloween III" einen zweiten Aufguss der bekannten Story und einen weiteren Auftritt des Schlitzers Michael Myers erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein, denn Teil III erweist sich als kommerzielle Mogelpackung, die mit dem Original und seiner Fortsetzung lediglich den Titel und die Thematik um das keltische Fest gemeinsam hat, den messerschwingenden Michael aber schmerzlich vermissen lässt und anscheinend einzig und allein  konzipiert wurde, um die gewinnbringende "Halloween"-Kuh ein letztes Mal zu melken.
Und so fungierte hier John Carpenter nur noch als Executive Producer und zeichnete sich für den gewohnt stimmungsvollen Score verantwortlich - Drehbuch und Regie überließ er dem Newcomer Tommy Lee Wallace.
Der sorgte zumindest für den Running Gag, den Fans der Originale zwei kurze Cameo-Auftritte ihrer Kultfigur zu gönnen, und so taucht Michael Myers innerhalb einer Szene in einem Programmhinweis in mehreren Ausschnitten des 1978er Originals auf - das ist dann aber auch die einzige Reminiszenz an Carpenters unerreichten Slasher-Klassiker.

"Halloween III" beginnt mit einer durchaus gelungenen und viel versprechenden Eröffnungssequenz mit einem gewohnt düsteren und nervenaufreibenden Score - doch weder das Niveau noch die unheimliche Atmosphäre können im weiteren Verlauf der Handlung gehalten werden.
Im Gegenteil: Teil III krankt und enttäuscht vor allem an einem hohen Maß an Langeweile, teilweise gruseligen Dialogen und Handlungsweisen der Protagonisten und an vollkommen unnötigen Sexszenen, was dem Film eine Menge an Spannung und Atmosphäre raubt. In den Slasher-Momenten erreicht er eine ordentliche Härte, ohne mit diesem Stilelement dem Film auch nur annähernd jegliche Spur von unfreiwilliger Komik zu rauben, die von Beginn an in der Luft liegt.

Nach einer Stunde gähnender Langeweile besinnt sich Regisseur Wallace dann doch auf die genrytypischen Versatzstücke der beiden Vorgängerfilme zu setzen und gestaltet die Handlung zunehmend packender und dramatischer, wobei auch der Spannungspegel respektable Höhen erreicht.
Nach gut 98 Minuten endet "Halloween III" dann genauso gut wie er angefangen hatte - eine deutliche Steigerung, die allerdings nicht die Schwächen zwischen Einstieg und Finale wettmachen kann.

Alles in allem ist die inoffizielle Fortsetzung der "Halloween"-Reihe mehr unheimlicher Mystery-Thriller als Horrorfilm. Die absurde Story um eine bundesstaatliche Verschwörung eines größenwahnsinnigen, irischen Herstellers von Halloween-Masken wäre sicherlich ein Stoff für eine der unzähligen "*X-Files*" gewesen - als Beitrag zu John Carpenters Slasher-Saga ist das jedoch ein herber Schlag ins Gesicht der Fans.

Selbst als eigenständiger Film außerhalb der Reihe allenfalls Durchschnitt!

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