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Louise, die Ex-Ehefrau vom berühmten Künstler Max, will Max endgültig verlassen. Doch da sie von einem Mord weiß, den Max vor langer Zeit begangen hat, wird sie von Max betäubt und im Meer ertränkt. Max scheint für die Tatzeit ein Alibi zu haben, das sich jedoch bei näherer Betrachtung als ziemlich schlecht erweist. Columbo bekommt am Ende des Films von Max ein Gemälde geschenkt, auf dem Columbo in einer Denkerpose dargestellt ist.

Selbstbildnis eines Mörders ist ein eher ungewöhnlicher Columbo. Nicht nur weil man die Handlung nicht wie üblich mit einem Mord beginnt, sondern dem Inspektor nebst Hund auf einer Basset Ausstellung, wo er einen schmerzhaften Handkuss bekommt. Es wird auch recht offen mit dem Thema Bigamie umgegangen, denn der Mörder wohnt mit drei Frauen zusammen (Fluch oder Segen? Die Antwort bleibt weitgehend offen, tendenziell aber wohl ersteres), aber auch in den Traumsequenzen des Opfers werden ganz neue Bilder gezeigt, wenn die Tote vom band ihre Träume schildert und diese ästhetisch verdunkelt visualisiert werden, was fast schon etwas Jean-Rollin-gotisches hat.
Hier hat der berühmte und selbstverliebte Maler Barsini sprichwörtlich eine Leiche im Keller liegen. Seine erste Frau weiß davon und als sie mit ihrem neuen Lover fortziehen möchte, wird sie als Mitwisserin getötet. Allerdings hinterläßt sie bei ihrem Psychologen Bänder ihrer Albträume, die letztlich den Täter überführen. Dessen Alibi sollte das öffentliche Malen einer Bar darstellen, was aber aufgrund fehlender Farbspuren am Boden, dafür aber an der Leiche, recht schnell entkräftet wird.
Auch die übliche Katz und Maus Jagd entfällt weitestgehend. Barsini bietet Columbo an ein Gemälde von ihm zu malen. Hierzu gibt es drei Sitzungen passend zu den drei Traum-Tonbänden des Opfers und hier wird auch der Fall analysiert und geklärt. Manche der Rückschlüsse von mon uncle zu Monokel und die Geschichte mit den Beeren sind zwar ziemlich an den Haaren herbeigezogen und auch die Träume sind nicht gerade subtil (das mit der vergrabenen Leiche im Keller hätte selbst ich Freud´sch richtig gedeutet), aber ganz amüsant anzuschauen.
Der Film ist insgesamt recht interessant und geht mal andere Wege. Sogar psychologische und ethische Themen werden angerissen und es ist recht witzig anzuschauen, wie sich die drei Gespielinnen gepflegt angiften. Auch die Auflösung hat Pfiff, so macht Columbo Spaß. Nur eins hab ich nicht kapiert, wem gehört jetzt eigentlich Columbos Ölportrait?
7,5/10

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