Der Fernsehmanager Marc McAndrews will sich von seiner Assistentin und Geliebten Kay Freestone trennen, weil er eine bessere Stellung an der Ostküste bekommen hat. Da er sie ebenfalls nicht als seine Nachfolgerin vorgesehen hat, weil er sie für noch nicht gut genug hält, eigenständig eine Abteilung zu leiten, erschießt sie ihn. Sie verschafft sich ein Alibi, indem sie das Filmzählwerk verstellt. Doch Columbo entdeckt einige Ungereimtheiten und kann sie schließlich zu einem Fehler verleiten.
Die Episode Mord in eigener Regie hat einen recht unkonventionellen Anfang. Hier gehört tatsächlich die erste Einstellung dem Inspektor, denn er betritt die Szene nicht erst nach etwa nach 15-20 Minuten. Vor allem aber kann man spekulieren, das seine berühmte Schusseligkeit nicht immer nur gespielt ist, denn so tapsig, wie er hier mit seinem Rückspiegel hantiert und ein Auto der Kollegen rammt, scheint doch ein echter Charakterzug zu sein. Das folgende Schleudertrauma und die Halskrause hat er sich jedenfalls selbst zuzuschreiben, was aber in der Folge für spaßige Mißverständnisse sorgt.
Die Täterin ist diesmal eine einerseits menschliche, aber auch genauso kühl berechnende Dame aus der Fernsehbranche. Diese wird einerseits von beruflicher Karriere ausgeschlossen, wie auch von ihrem geheimen Geliebten und Chef verlassen, was dieser durch einen lausigen neuen Mercedes zu kompensieren versucht und damit sein eigenes Todesurteil fällt. Auf die Sekunde wird ein Mordplan ausgedacht und- geführt, die Mordwaffe ebenso raffiniert versteckt wie gleichfalls dann wieder schlampig dort unnötig lange liegen gelassen (trotz bester Gelegenheiten), was dann zum zu erwartenden Verhängnis führt.
Auch den Vorwurf der Zeitschinderei muß sich diese Episode gefallen machen. Besonders auffällig bei Columbos ewigen Knöpfchendruckspielchen, aber besonders bei der völlig überflüssigen Nebenrolle des medikamentenabhängigen ehemaligen Starlets. Hier werden locker zehn Minuten geschunden, ohne das es die Story verändert oder weiterbringt.
Dennoch finde ich die Folge gelungen. Die Mörderin ist intelligent und vielschichtig (und darf sogar Columbo eine Nackenmassage verabreichen) und macht es des Polizei wirklich nicht einfach. Kleinere Abzüge für den Clou mit dem Überblendzeichen, der bereits früher schonmal beinahe identisch benutzt wurde. Interessant dafür der Fakt das Columbo einst mit fünf Brüdern und einer Schwester in einem kleinen Haus aufgewachsen ist, so lernt man wohl Geselligkeit auf die harte Tour.
7/10