kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 18.03.2007
Eine interessante Perspektive, die Steven Spielberg in einem seiner relativ frühen Werke auf das Shanghai des Jahres 1941 wirft.
Die Sicht auf den Angriff der Japaner ist als neutral zu bezeichnen, weil sie aus der Perspektive eines naiven Jungen einer britischen Adelsfamilie zustande kommt. Das wirkt sich positiv auf die Narration aus, denn neue Charaktere bleiben zwielichtig und Spielberg gerät niemals in Gefahr, Partei zu ergreifen.
Christian Bale ist als junger Kerl kaum wiederzuerkennen. Zu schade, dass ihm das Drehbuch eine nur bedingt sympathische, vor allem aber oft merkwürdig irrational handelnde Figur, selbst unter diesen außergewöhnlichen Umständen, zuschiebt. Das ist der größte Kritikpunkt, den man "Empire of the Sun" machen kann, denn Bale ist Fix- und Angelpunkt des kompletten, zweieinhalb stundenlangen Films.
Ansonsten erschafft Spielberg wunderschöne Bilder von hellem, fast romantischem Verve, und einen Spannungsbogen, der trotz der bedächtigen Erzählweise fast immer in seinen Bann zieht.
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