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Nachdem seine Frau gestorben ist, zieht der Psychologe David (Robert DeNiro) mit seiner Tochter Emily (Dakota Fanning) in sein neues Haus auf dem Land. Emily ist traumatisiert und soll sich in der neuen Umgebung erholen. Doch das hatte sich David anders vorgestellt. Emily findet einen neuen Freund namens Charly. David glaubt zunächst, daß es ein imaginärer Freund ist. Charly ist leider nicht gut geartet, wirft er doch David vor, für den Tod seiner Frau verantwortlich zu sein. Schon bald beginnt der Psychoterror und David muß sich fragen, ob Charly wirklich nur Einbildung ist.

Als neu kann man diese Story wohl nicht bezeichnen. Hide and Seek ist ein Horrorthriller, welcher nicht überzeugen kann. Die Charaktere wirken aufgesetzt und farblos. Besonders Emily beginnt einem schon bald mit ihrem kaputten und unhöflichen Verhalten gehörig auf die Nerven zu gehen. Dies liegt allerdings nicht an der Schauspielerei von Dakota Fanning, die in ihrer Rolle keine Meisterleistung vollbringt, aber doch sehr routiniert wirkt. Zumindest routinierter als DeNiro, den man schon wesentlich besser gesehen hat. Man könnte fast glauben, daß ihm schon beim Filmdreh klar war, daß dieser Film nicht in die Filmgeschichte eingehen wird. Am interessantesten sind noch die Nebencharaktere wie der Dorfsheriff, der traumatisierte Nachbar und der zwielichtige Hausverkäufer. Bei allen dreien weiß man nie so genau, ob sie nicht pädophil sind. Schließlich machen sie keinen Hehl daraus, wie hübsch sie doch die 10jährige Emily finden.

Charly ist natürlich nie zu sehen und bald drängt sich einem der unangenehme Verdacht auf, daß er gar nicht so mysteriös ist, wie zunächst angenommen. Und dieser Verdacht bestätigt sich auch zum Schluß. Die Auflösung der Geschichte ist absolut enttäuschend. Vor allem macht das Verhalten von Charly danach keinen Sinn mehr. So ist der Film zwar nicht vorhersehbar, aber das liegt gerade an der unlogischen Auflösung.

Man geht mit dem Gefühl aus dem Kino, daß das doch nicht alles gewesen sein kann. Bis es soweit ist, will aber auch nie so richtig Spannung aufkommen. Hide and Seek arbeitet mit immer denselben Stilmitteln: Die Kamera zoomt auf verstörte Charaktere, während der Zuschauer sich gedulden muß, was sie denn nun wieder gerade sehen. Oder plötzlich steht jemand hinter einem Charakter, ohne daß man ihn hat kommen sehen. Das ist dreimal vielleicht ganz nett, auf Dauer wirkt es jedoch ideenlos. Dazu kommt, daß nicht gerade viel passiert und die Handlung nur so vor sich hinplätschert.

In diesem 08/15-Thriller ist eigentlich nur eins erfrischend: Daß der Sheriff genauso aussieht wie Erik Meijer. Wen das nicht interessiert, der kann sich das Geld sparen und stattdessen die Wand zwei Stunden anstarren. Das ist auch nicht viel langweiliger als Hide and Seek.

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