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Na wenn das mal nichts ist! Zwei absolute Schauspieler-Ase in einem Film. Auf der einen Seite einer der Größten, der uns ins in Filmen wie "Der Pate - Teil 2" oder "Taxi Driver" jedes Mal gezeigt hat, wie großartig doch sein schauspielerisches Talent ist: Robert De Niro. Auf der anderen Seite, ein kleines, ca. 10 Jahre altes Mädchen, der das Schauspielertalent förmlich in die Wiege gelegt sein muss und uns schon in "Ich bin Sam" und "Mann unter Feuer" so beeindruckt hat, wie nur selten ein Kinderstar zuvor: Dakota Fanning. Nun treffen die Ikone und der Frischling beide, in einem kleinen Horrorfilm, aufeinander. Es hätte also so schön werden können. Leider aber kann nur einer von beiden wirklich überzeugen und auch der Film an sich ist maximal Durchschnitt.

"Hide and Seek" ist eigentlich ein ganz kleiner 08/15-Horrorstreifen, von dem man am besten so gut wie nichts erwarten sollte. Am wenigsten eine innovative Story. Denn die Geschichte um ein kleines Mädchen und ihren unsichtbaren Freund Charlie, ist so abgedroschen wie nur irgend möglich und bietet eigentlich nichts, was man nun wirklich als "neu" oder "innovativ" bezeichnen könnte. Alles hat man irgendwo schon einmal gesehen, alles kommt einem so ungeheuer vertraut vor. Auch die üblichen Logiklücken und Ungereimtheiten, die aber eh jeder Horrorstreifen irgendwo hat, sind natürlich vorhanden.

Eine innovationslose Geschichte heißt bei einem Film dieser Art aber nun nicht gleich seinen Untergang. Bei einer gruseligen und wohlwollenden Inszenierung, hätte da trotzdem noch was daraus werden können. Leider verschenkt "Hide & Seek" aber sehr viel von seinem Potenzial. Vor allem die ersten 60 Minuten sind so langweilig und zähflüssig ausgefallen, dass man fast schon dazu gezwungen wird, sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Die Einführung in die Geschichte und die ersten Vorkommnisse mit Emily und Charlie, sind wirklich berstend langatmig ausgefallen und bieten wirklich keinerlei interessante Ansätze. Im wohligen Heim, dürfte einem da fast ein gepflegtes Nickerchen dazwischen kommen.

Erst in der letzten halben Stunde geht es wirklich rund, wenn auch das Geschehen, für den vertrauten Horrorfreak, größtenteils recht vorhersehbar bleibt. Die Schockeffekte sind gut ausgearbeitet worden und dürften bei Genre-Anfängern schon für einige Herzattacken sorgen. Durch den passenden Score und die einigermaßen ansprechende kühle Optik, sind zudem auch für ein paar gute Momente in Sachen Atmosphäre gesorgt.

Schade nur, dass die Auflösung des Ganzen dann wieder so derartig dämlich ausgefallen ist. Was man sich hier als Lösung des Spuks für einen haarsträubenden und alle Logik-Gesetze aus Kraft setzenden Blödsinn ausgedacht hat, strotzt alle dem, was man als "annehmbar" oder "befriedigend" bezeichnen könnte. Zugegeben, darauf dürfte sicherlich so gut wie niemand gekommen sein, doch wenn der Grund dafür die absolute Unlogik der Sache ist, dann kann man diese Tatsache einfach nicht gut heißen.

Als weitere Enttäuschung stellt sich zudem Robert De Niro da, denn ich so schwach noch nie erlebt habe. Was ist bloß aus ihm geworden? Wo ist der De Niro hin, für den wir seit Filmen wie "Der Pate - Teil 2" oder "Taxi Driver" regelrecht Hochachtung gefühlt haben? Dies hier ist er jedenfalls nicht, sondern nur ein Darsteller, der kaum noch tiefer sinken kann. Man kann nur hoffen, dass sich De Niro demnächst wieder mehr ins Zeug legt, denn diese Leistung hier, ist leider einfach nur zum heulen!

Als absoluter Glücksfall entpuppt sich dagegen Dakota Fanning, die hier wieder einmal nur brillant ist. Wann hatte Hollywood das letzte mal so ein brillantes Kind im Auftrag, dass wirklich alle erwachsenen Darsteller so mühelos an die Wand spielt? Fannings Spiel ist einfach nur beängstigend gut und so glaubwürdig, dass man bei ihren Szenen nahezu jedes Mal eine Gänsehaut kriegt. Ohne Fanning wäre der Film definitiv zum Scheitern verurteilt. So bleibt ihm zu mindestens dieses Schicksal verwart. Fanning sei Dank!

Fazit: Durchschnittliches 08/15-Horrorspektakel von der Stange, dass durch seine innovationslose Geschichte und dem zähen und viel zu langen Anfang, eher für Langeweile als für wirklichen Grusel sorgt. Die letzte halbe Stunde kann da zwar wieder einiges herausreisen, doch wenn sich eine Ikone wie De Niro nicht einmal die Mühe gibt, gegen die geniale Leistung seiner kleinen Kollegin anzuspielen, dann kann halt unterm Strich maximal ein "Kann man sehen, muss aber nicht" herauskommen. Und dank Fanning ist es wenigstens das!

Wertung: 5/10 Punkte

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