Review

"Come out, come out, whereever you are!". Diesen Satz kennt der fleißige Kinogänger nach dem regelrechten Boom seichter Gruselstreifen der letzten Jahre doch mittlerweile wahrlich zu genüge. Mein erster Gedanke bezüglich des "Hide&Seek"-Plakates lautete denn auch prompt: "Godsend!?". Garnicht mal so verkehrt, denn John Polsons "Hide and Seek" haut in die absolut gleiche Kerbe, zeigt den anscheinend in akuter Geldnot befindlichen Robert De Niro in einem weiteren mordernen Horrorstreifen mit ideenloser 0815-Geschichte.

Innovative Elemente suchen sich vergebens. Nach dem (Frei?)Tod ihrer Mutter und dem obligatorischen Tapetenwechsel in ein neues, penetrant düsteres Zuhause scheint die schauspielerisch absolut talentierte Dakota Fanning einen geheimnisvollen, für den Rest der Welt unsichtbaren Freund namens Charlie gefunden zu haben *gähn*, stets um 2.06 Uhr Nachts kommt es konsequent zu unheimlichen Vorfällen im stockfinsteren Haus *gähn* und im Nachbarhaus scheint ebenfalls nicht alles mit rechten Dingen zu zugehen *megagähn*.
In mitten der erst zur Filmmitte langsam in Fahrt kommenden Spukfarce findet der Zuschauer den nach "Godsend" erneut lustlosen und völlig unterforderten Familienvater Robert de Niro und eine ebenso wenig geforderte, kaum in Erscheinung tretende Famke Janssen auf der Suche nach Antworten auf die unheimlichen Vorfälle vor. Interessante EInblicke in die Psyche aller Beteiligten bleiben dabei außen vor. Lediglich oberflächliche und wenig überraschende Vergangenheitshäppchen werden nach und nach präsentiert, was heutzutage defintiv zu wenig ist.

Kommt "Hide and Seek" dann schließlich mal in die Pötte, dürfte vor allem der unbedarfte Zuschauer durchaus noch gut unterhalten werden. Die eher wenigen Schocks sitzen recht gut und die schaurige Atmosphäre im Haus weiss zu fesseln dank netter (aber für meinen Geschmack viel zu düsterer) Kameraarbeit und stimmigen Grusel-Klängen. Gore widerum gibts wie in jeder anderen ähnlich gelagerten Produktion erwartungsgemäß kaum bis garnicht.

Was mir den Filmspass letztendlich etwas verdarb war die schwache Auflösung der mysteriösen Vorfälle. Bereits nach 30 Minuten stellte ich eine mehr oder weniger gewagte Vermutung auf, die dann leider Gottes tatsächlich Realität wurde. So oder so, das Ende enttäuscht sowohl in kreativer wie auch in dramaturgogischer Hinsicht. Daß es dabei freilich viel zu dunkel zu geht (anscheinend war das nötig um künstlich Spannung zu erzwingen), brauche ich wohl nicht noch einmal zu erwähnen.
Unterm Strich müsste ich "Hide and Seek" bei aller Kritik eigentlich als Enttäuschung brandmarken. Weswegen er dennoch 6 Punkte einstreichen kann, ist wie schon bei Nick Hamms "Godsend" mit der ansehlichen Inszenierung, desweiteren dem leidlich spannenden Schlussdrittel und der starken Dakota Fanning zu begründen. Altstar Robert de Niro hingegen ist völlig austauschbar und dümpelt somit weiter im Karrieretief.

Unersättliche Fans moderner, streng konventioneller Horrorkost dürften auch bei "Hide and Seek" sicherlich ihren Spass haben. Ich für meinen Teil habe jedoch allmählich genug davon, neue Ideen braucht das Land. Verstecken und Suchen ist out...

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