Obwohl „Hide and Seek“ von vielen „Kritikern“ bereits in der Luft zerissen wurde, muss ich jetzt doch noch meinen Senf dazugeben:
Der Film erzählt von einer Familie – Vater, Mutter und die 10 – 12 jährige Tochter. Gleich zu Anfang des Films bringt sich die Mutter in der Badewanne um. Der Vater (Rober DeNiro) findet diese, und auch die kleine Emily bekommt diese Szene mit.
Um seiner Tochter zu helfen das Trauma zu verarbeiten, zieht er mit ihr aufs Land in ein großes Landhaus. Nach dem Kennenlernen der Ortsansässigen nehmen unheimliche Begebenheiten ihren Lauf: Geheime Nachrichten an der Badezimmerwand oder dem Duschvorhang, Emily’s imaginärer Freund „Charly“, die Nachbarn, die anscheinend doch nicht so eine blütenreine Weste haben…
Kurzum: Es dauert zwar ein wenig bis der Film richtig in Fahrt kommt, allerdings wird er dann immer spannender und atmosphärisch dichter.
Schauspieler: Wer meint, dass Robert De Niro lustlos und unmotiviert spielt, der hat wohl seine Rolle im Film nicht ganz nachvollzogen. De Niro spielt einen verschrobenen und introvertierten Psychologen. Was hat man denn bitteschön hier erwartet? Dass er ein Grimassenfeuerwerk abschießt, oder das andauernd ein Gefühlsausbruch nach dem anderen erfolgt? Er spielt die Rolle des Psychaters absolut glaubwürdig und authentisch. Auch Dakota Flenning spielt ihre Rolle absolut überzeugend und glaubwürdig. Es ist teilweise schon beunruhigend, wie gut Flenning in ihrer Rolle aufgeht. (Gänsehaut krieg…)
Natürlich ist das nicht die beste Leistung von De Niro – ein Mann von seinem Kaliber kann sich schlecht jedes Mal selber wieder übertreffen. Aber schlecht ist seine Performance bestimmt nicht, nicht mal im Ansatz!
Schnitt/Kamera: Mit Hilfe der Kamera und sparsam aber effektiv eingesetzten Schnitten wird eine verdammt düstere und bedrückende Atmosphäre gesponnen. Keine Oscarleistung, aber durchaus sehenswert.
Sound: Die Filmmusik und die FX überzeugen grösstenteils und unterstützen die visuellen Eindrücke perfekt. Der Ohrwurmcharakter fehlt noch ein wenig, aber definitiv besser als 80% der üblichen Soundtracks in diesem Genre.
Fazit: Ein relativ unblutiger aber dafür hochspannender Psychothriller, der durch solide handwerkliche Qualitäten des Regisseurs genauso überzeugen kann, wie durch die genialen Schauspieler. Für Fans des Genres ein absolutes Muss. Zeigt er doch, dass man das Rad nicht jedes Mal neu erfinden muss (oder kann), um einen spannenden Film zu produzieren. Komischerweise sind immer diejenigen, die den 100sten Zombieabklatsch toll finden auch gleichzeitig diejenigen, die sich über die mangelnde Innovation hier bei der Story beschweren.
Ich sag nur: Seht Euch den Film selbst an, und bildet Euch Euer Urteil selbst. Meine Wertung: Aufgrund einiger unausgeschöpfter Potenziale und der ein oder anderen langatmigen Szene nur ein 8 von 10. (Allerdings an der Grenze zu 9!)