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Wunderbar, so muss es sein. Eine Botschaft ist Schauplatz der „Columboschen“ Finessen. Indizien, die nicht nur den Betrachter, sondern auch den Mörder überzeugen, begeistern jedermann. Das Opfer muss seinen Mörder gekannt haben, wie sonst kann der erfahrene Sicherheitschef bei einem Explosionsgeräusch nicht auf die Idee kommen, seine Pistole zu ziehen? Eine Brille trotz Kontaktlinsen und ähnlich Überzeugendes folgt im Laufe des Plots. Das ist „Columbo“ pur.

Zwei Morde sind es. Ein politischer und dann muss der Komplize daran glauben. Columbo ermittelt in Hochform und verbündet sich mit dem jugendlichen König des Landes, dessen Botschaft in Kalifornien steht. Arabische Mentalität im sonnigen Kalifornien, genau genommen Los Angeles, wo die Folge ihre kammerspielartige Botschafts-Atmosphäre entfaltet.

Das überzeugt in Länge und Ausmaß, der politische Seitenhieb schmeckt. Öl-Interessen werden bewahrt, auch wenn es Tote gibt. Der Inspektor sammelt genug Indizien, aber am Ende muss wieder einmal Trick 17 herhalten, damit der Mörder überführt wird. Man kann die königliche Jugend kritisieren, aber hier stört sich nicht wirklich, da der Staatenchef einmal nicht so altklug, wie nahezu jede infantile Erscheinung im Columbo-Universum auftritt.

Hassan Salah möchte diplomatische Immunität, bekommt sie aber nicht, weil Columbo seinen Charme beim jungen Staatsoberhaupt nutzt und den Täter in seiner gefühlten Sicherheit aushebelt. Die Auflösung könnte wegen der Beweisarmut besser sein, aber wenn man bedenkt, was im arabischen Land X für abenteuerliche Gesetze gelten, glaubt man dem Mörder, dass er lieber in den Staaten ein Geständnis unterschreibt.

Im Gesamtpaket darf man gut und gerne von einer überdurchschnittlichen Episode mit ermittlungstechnischen Feinheiten und gelungener Stimmung im Botschafts-Milieu sprechen. Unter diesen Umständen muss man nicht fragend nachbohren. Ist da noch eine Kleinigkeit? Nein! (7/10)

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