9 Leute werden irgendwo in England entführt und finden sich kurze Zeit später in einem offensichtlich recht geräumigen Haus bzw. Villa wieder. Das ganze Haus wird in bester Big Brother -Manier von etlichen Kameras und Mikrofonen überwacht. Nachdem alle versammelt sind, meldet sich Big Brother auch schon zu Wort und teilt ihnen mit: "Dies ist ein ultimativer Charaktertest. Am Ende wird nur noch einer von euch am Leben sein. Dieser bekommt als Belohnung 5 Mio. Dollar." Die 9er Gruppe besteht aus einem Priester (Dennis Hopper), Ex-Tennisspielerin, Tänzerin (Kelly Brook), einem Franzosen (natürlich nicht akzentfrei), der Frau des Franzosen, einer Drogendealerin, dem vermeintlich schwulen Modedesigner, einem Gangsta-Rapper (Überraschung: Der Quoten-Schwarze!) und schließlich einem Polizisten, dem man seltsamerweise die Knarre nicht abgenommen hat.
Wieso hat der Bulle seine Waffe noch? Wo befindet sich die Gruppe genau? Wer ist Big Brother? Aus welchem Grund wurden die Beteiligten augewählt und was verbindet sie? Und wieso ist das verdammte Essen kalt? Da wäre es doch nett, wenn der Film beizeiten mit ein paar Antworten rüberkommen würde... Tut er aber nicht. Keine einzige dieser Fragen wird beantwortet!
House of 9 will allem Anschein nach noch ein bisschen auf der Saw/Cube Erfolgswelle mitschwimmen, bricht sich aber schon auf dem Weg ins Wasser beide Arme und Beine. Wenn der Film schon den Story-Kern anderer (besserer) Filme kopiert, dann kann man doch wenigsten ein bisschen Innovation erwarten. Doch auch diese wird man, genauso wenig wie Antworten bei House of 9 finden. Das Drehbuch schafft es zwar, durch die anfänglich aufkommenden Fragen, zumindest zu Beginn etwas Spannung zu erzeugen, entpuppt sich aber recht schnell als die größte Schwäche des Films. Weil dieses es einfach nicht schafft, seinen Figuren entsprechende Tiefe zu verleihen, ist mir als Zuschauer schließlich auch völlig egal wer lebt, stirbt oder am Ende "gewinnt". Regie und Darsteller sind bestenfalls akzeptabel, wobei Dennis Hopper absolut fehlbesetzt und deplatziert wirkt. Wohl wieder einer dieser Filme, bei denen man versuchte, mit viel Geld einen vormals zur Elite-Schauspielergarde Hollywoods gehörenden Mime (nichts gegen Hopper, aber der Mann hat seine besten Filme wohl eindeutig schon hinter sich) mit ins Boot zu holen, um einem miesen Film künstlich Auftrieb zu verleihen. Wie auch immer. Geholfen hat's nichts. Durch mangelnde Figurentiefe, null Innovation und noch weniger Originalität ist House of 9 ein Langweiler erster Kanone. So blieb für mich als einziges Highlight des Films eigentlich nur die Besetzung von Eyecandy Kelly Brook.
Irgendwie hat man dann gegen Ende doch noch die (unbegründete) Hoffnung, ein Knalleffekt oder zumindest eine anständige Überraschung könnte das Niveau des Films wenigstens auf Durchschnitt hieven. War man dann tatsächlich so dämlich, und hat den Film bis zum Schluss geschaut gibt's zur Belohnung noch ordentlich eins in die Fresse... Scheinbar bin ich der einzige Review-Schreiber des Films, der das so sieht, aber das Ende ist schon reichlich bekloppt. Davon abgesehen, dass es jetzt nicht sooo viel Sinn macht (was nicht schlimm wäre, wenn der Film an sich gut war, siehe High Tension), kommt es mehr als Ärgerniss denn als Überraschung daher. Da hätte man viel mehr heraus holen können...
Fazit:
Völlig überflüssig...pure Zeitverschwendung...Griff ins Klo...
Dann lieber 3 Folgen "Dr. Quinn - Ärztin aus Leidenschaft"...