Review

Komplette Serie (Staffel 1-4)

Eines Tages werden plötzlich 4400 Personen, die teilweise schon seit Jahrzehnten spurlos verschwunden waren, am Rande eines Sees in den USA aus einer Lichtkugel gespuckt.

Wie geht man mit diesen Leuten um? Wie vermittelt man ihnen, daß ihre Angehörigen größtenteils schon lange tot sind bzw. stark gealtert sind – daß das den Rückkehrern bekannte Leben nicht mehr existent ist?

Diesen Fragen sehen sich auch die Mitarbeiter der zuständigen Homeland Security ausgesetzt.Die Agents Tom Baldwin (J. Gretsch) und Diana Skouris (J. McKenzie) werden dem Fall zugeteilt um das Rätsel um die Rückkehrer zu lösen.
Sowohl Baldwin, dessen Sohn und Neffe direkt betroffen sind, als auch Skouris, die eine der Rückkehrer adoptiert, gehen sehr schnell nicht mehr ganz unvoreingenommen zu Werke. Zumal die Regierung drastische Maßnahmen auffährt als sich herausstellt, daß die Rückkehrer im Laufe der Zeit alle eine spezifische Fähigkeit entwickeln und dadurch zu einer vermeintlichen Bedrohung für die Gesellschaft werden.
Baldwins Neffe, Shawn kann z.B. Kranke heilen, Diana`s Adoptivtochter Maya hat Visionen von der Zukunft, andere entwickeln die Fähigkeit der Telekinese oder der mentalen Beeinflussung anderer Personen...
Inmitten dieser Veränderungen taucht plötzlich Jordan Collier (B. Campbell) auf, der ebenfalls zu den 4400 zählt. Einst ein schwerreicher Immobilien-Tycoon, setzt er sich an die Spitze der Interessenvertretung der 4400, finanziert Forschungen hinsichtlich der Gründe für das Erlangen dieser Fähigkeiten und stösst dabei auf Promizin!
Dieser Wirkstoff fördert die Entwicklung und Ausbildung der einzelnen Fähigkeiten. Collier, der geradezu bessesen ist von der Vorstellung einer besseren Welt, läßt daraufhin Promizin auch an Nicht-Rückkehrer verteilen...

Soviel erstmal zur Handlung, der insgesamt vier Staffeln, die sich eigentlich recht interessant anhört!Leider entsprach die Umsetzung dann aber doch nicht so ganz meinen Erwartungen.

Eigentlich fängt die Serie mit der recht kurz geratenen 1. Staffel recht vielversprechend an. Da werden die meisten der späteren Hauptfiguren mitsamt ihrem Umfeld langsam eingeführt und es wird ordentlich Lust auf die 2. Staffel gemacht.Diese wiederum transportiert die Handlung dann aber mit einigen Durchhängern weiter in Richtung eines tieferen Sinns für die Existenz der 4400 und somit natürlich auch zu Staffel 3.Diese 3. Season ist dann auch das Highlight der ganzen Serie. Hier wird endlich etwas mehr Gas in Sachen Handlungsfortschritt und Tempo gegeben und die zwölf Episoden vergehen wie im Fluge. Leider wird am Ende natürlich keine vollständige Auflösung der sich bisher angesammelten Fragen geboten, womit wir auch schon bei der 4. und finalen Staffel angelangt wären.
Und der haben es alle Fans auch zu verdanken, daß es nie eine Auflösung geben wird warum und wozu die 4400 von der Lichtkugel an diesem See ausgesetzt wurden bzw. wie die dargestellte Welt sich unter dem Einfluß des Promizin weiterentwickelt. Diese 4. Staffel sackt im Gegensatz zur gelungenen dritten und auch ersten Season sowas von ab, bietet wenig neues, wiederholt dafür aber Versatzstücke der vorangegangenen drei Staffeln und langweilt über die Hälfte der Episoden doch sehr.
Dies müssen wohl die Zuschauer in den USA ebenfalls so oder ähnlich empfunden haben, denn sie verweigerten der Serie die Einschaltquoten, die eine weitere Staffel finanziert hätten.
So bleibt dem Zuschauer eigentlich bloß ein etwas abruptes, mittelprächtiges Ende seiner eventuellen Lieblingsserie, daß eine ganze Menge Fragen gezwungenermassen offen läßt.

Auf Grund seiner Machart war „The 4400“ eigentlich nie der große TV-Knüller. Um die großen Zuschauerquoten zu erreichen gab es hier viel zu wenig Schauwerte und Tempo. Und trotzdem lagen gerade darin auch gewisse Pluspunkte der Serie verborgen.
Hier wurde ganz bewusst auf ein tempo- und effektlastiges TV-Erlebnis zugunsten einer vielschichtigen Handlung verzichtet. Was anfangs größtenteils auch funktioniert hat, ohne dabei allerdings Zuschauermassen wie z. B. „CSI“ vor den Bildschirmen zu bannen.

Neben den bereits angedeuteten Handlungs- und Temposchwächen wird hier aber durchaus routinierte TV-Ware geboten. Auch wenn die Darsteller/innen allesamt nicht gerade Top-Stars sind spielen die meisten davon eigentlich recht gut. Dasselbe kann man auch über die Regie und die am technischen Teil der Serie beteiligten Personen sagen.

Für Insider ist hier noch die Besetzung von Jeffrey Combs als Dr. Berghoff zu erwähnen. Diese Rolle ist dem alten „Reanimator-Recken“ quasi auf den Leib geschrieben.

Da ich gerade Combs erwähnte, der eigentlich ziemlich von der Bildfläche verschwunden zu sein schien, fällt mit bei den 4400 auch noch Summer Glau als Darstellerin ein, die bereits in der TV-Serie „Serenity“ mitspielte, welche leider auch viel zu früh abgesetzt bzw. nicht fortgesetzt wurde.

Fazit: Die Story um die 4400 bietet eine ordentliche, etwas anders daherkommende Handlung, die über weite Strecken zu fesseln vermag. Man sollte allerdings nicht auf plakative Effekte, Action und Tempo spekulieren! (6,5 von 10 Punkten)

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