Review

Der Halbbruder von Carsini, einem berühmten Weinkenner, will das Weingut an "Billigweinproduzenten" verkaufen, weil er das Geld benötigt. Carsini aber liebt das Weingut und produziert nur erlesene Weine. Deshalb bringt er seinen Halbbruder um, indem er ihn betäubt, fesselt, und im Weinkeller bei abgeschalteter Klimaanlage ersticken ist, während er weg ist und teure Weine ersteigert. Dann wirft er den Leichnam ins Wasser. Es soll so aussehen, als ob er beim Tauchen ums Leben kam. Columbo lernt Carsini schätzen, muß ihn aber dennoch wegen Mordes festnehmen.

Wein ist dicker als Blut ist eine wirklich sympathische Columbo Episode, was aber größtenteils an seinem sehr gelungenen Gegenspieler liegt. Hier darf sich Donald Pleasance in die Liste der Mörder eintragen. Zusammen mit seinem Bruder leitet er ein hochwertiges Weingut. Als dieser seinen Anteil wegen Hochzeit verkaufen will, treibt das den Wein-Enthusiasten Adrian so in Rage, das er ihn im Affekt niederschlägt (er lebt aber noch wohlgemerkt). Um den Todeszeitpunkt zu verschleiern schließt er ihn in einen luftdichten Raum ein, so daß dieser erst zwei Tage später eintritt, während er selbst in New York auf einer Weinauktion weilte. Cleveres Alibi.
Carsini ist dabei ein untypischer Mörder. Eigentlich ist er ein netter Kerl, dem nur seine Liebe zum Wein etwas bedeutet, was ihm sein Hallodri Bruder nun zu nehmen droht. Es gibt keinen Vorsatz oder sonstwelche kriminelle Energie, dennoch macht er Columbo das Leben sehr schwer. Das Motiv ist ja schnell gefunden und das offene Verdeck des heißgeliebten Ferraris läßt auch schnell den Schluß aufkommen, daß es sich hier nicht um einen Taucherunfall handelt, aber Carsini ist eine harte Nuß.
Das übliche Katz und Maus Spiel läuft dann auch dementsprechend beinahe freundschaftlich ab. Man süffelt zusammen ein wenig Wein, unterhält sich über die italienische Kultur und das Columbo der einzige Italiener ist, der nicht singen kann. Auch das Finale ist fast schon kumpelhaft, nach der Überführung wird vor der Fahrt zum Revier noch ein Flascherl Portwein geköpft, alles ganz harmonisch. Dennoch macht gerade diese Verbindung den Fall sehr interessant, man gönnt dem Mörder fast, das er entkommt (erinnerte mich ein wenig an Waffen des Bösen) und letzten Endes überführt sich dieser durch eine verdorbene Flasche sogar selbst. Als Verdächtiger sollte man schließlich wissen, das wenn der Inspektor "sie werden der erste sein, der es erfährt" sagt, massiv Gefahr im Verzug ist. Zweifellos eine Highlight Episode, dank des gelungenen Gegenspielers.
8/10

Details
Ähnliche Filme