Wenn man gerade aus dem Kino kommt und feststellt,daß es sich unter den Achselhöhlen feucht anfühlt,könnte das daran liegen,daß man soeben“Das Comeback“gesehen hat.
1933 in New York zur Zeit der großen Depression:Boxer Jimmy Braddock hat eine Frau und drei Kinder zu versorgen,aber seine Boxkarriere scheint nach einigen Niederlagen und Verletzungen beendet.Schulden und Armut plagen ihn und seine Familie.
Als eines Tages ein Boxer für einen geplanten Kampf ausfällt,kann Jimmy für ihn einspringen.Entgegen allen Erwartungen gewinnt er und beginnt ein Comeback,doch am Ende wartet ein gefährlicher Titelkampf,denn sein Gegner hinterließ schon 2 Tote im Ring…
Ron Howard und Russell Crowe haben es mal wieder geschafft,ein fast perfektes Meisterwerk auf die Beine zu stellen.
Dabei beginnt der Streifen recht schleppend,der Background der großen Depression wird ausführlich geschildert,was zwar sehr authentisch in Szene gesetzt wurde,für meinen Geschmack aber etwas zu lang geraten ist.
Mit dem Comeback des Boxers gewinnt der Streifen dann an Dramaturgie,die zweifellos im Endkampf seinen Höhepunkt findet.Selten zuvor haben mich die letzten 15 Minuten eines Streifens dermaßen an den Kinosessel gefesselt.
Russell Crowe liefert dabei eine tolle Vorstellung als Boxer mit Herz ab.(Eine geniale Szene,in der Braddock seinen Mundschutz verliert,ihn aufhebt um seinen Gegner dann siegessicher anzugrinsen).Aber auch sämtliche Nebendarsteller sind toll besetzt und machen ihre Sache gut.Da fällt besonders Paul Giamatti als Boxmanager positiv auf
Die Optik ist brillant,die Kamera sehr sorgfältig,nur bei der Choreographie der Fights kann das ansonsten hohe Niveau nicht ganz gehalten werden,denn diese erinnert doch sehr an die von „Raging Bull“mit Robert de Niro.
Kann man aber verkraften,denn dieses handwerklich sehr sauber in Szene gesetzte Drama kann ich jedem(auch nicht Boxfan)ans Herz legen,denn er geht ans Herz!
8(mit Tendenz zu 9) von 10 Punkten