Inhalt:
Dungan Town, mitten im China einer mittelalterlichen Epoche. Die blutjunge Cui Ping (Shih Szu) will die Nummer 1 in der Welt des Schwertkampfes werden.
Hierzu will sie den "Black Demon" (Wong Hap aka Wang Hsieh) bezwingen..., der einer zahlenmäßig stattlichen Verbrecher-Bande vorsteht. Um den "Black Demon" zu besiegen, will sich Cui Ping dem Training durch die legendäre "Lady Hermit" unterwerfen. Diese muss allerdings erst mal gefunden werden...
Cui Ping sucht in Dungan Town zunächst den stellvertretenden Leiter des "Da An"-Sicherheitsdienstes, Master Wang Cheng En (Fang Mian), auf..., dieser ist ein Freund des Vaters von Cui Ping. Einer der Mitarbeiter Wang´s ist der Kämpfer Chang Chun (Lo Lieh), und da ist noch die Küchen-Magd des Unternehmens, Leng Yu Shuang (Cheng Pei-Pei).
Zusammen mit diesen beiden begibt sich Cui Ping nach Baijiang Town..., dort wurde "Lady Hermit" angeblich gesichtet.
In Baijiang Town, in welchem der "Black Demon" die Menschen ausnimmt, in dem er "Zauberzettel" an sie verkauft, die vor den von angeblich bösen Geistern verübten Morden in der Stadt schützen sollen -in Wahrheit stecken Schergen "Black Demons" dahinter-, geraten Cui Ping und Chang Chun in einen Hinterhalt "Black Demons"!
Nur mit Hilfe Leng Yu Shuangs gelingt es den beiden, dem zu entkommen.
Es stellt sich heraus, Leng ist in Wahrheit die "Lady Hermit"! Sie wurde einst im Kampf mit dem "Black Demon" an der Hüfte verletzt... und hat sich seitdem vom Schwertkampf zurückgezogen. Cui Ping bittet Leng, ihr nunmehr, die von Leng praktizierte "Flying Tiger"-Technik beizubringen..., um dem "Black Demon" gewachsen zu sein...!
Ein verlassenes Gehöft, das von einigen Palisaden umgeben ist, dient den beiden jungen Damen als Trainings-Quartier. Ab und an verlässt Cui Ping dieses Camp, um sich mit Chang Chun zu treffen, in den sie verliebt ist.
Doch auch Leng Yu Shuang hegt zärtliche Gefühle zu ein und demselben Mann....!
Als dies Cui Ping gewahr wird, verlässt sie voller Wut und eifersüchtig ihre Meisterin...! Sie will den "Black Demon" -der mittlerweile durch seine Schergen Wang Cheng En brutal töten ließ- nunmehr auf eigene Faust zum Kampf stellen...!
Doch Leng Yu Shuang und Chang Chun eilen ihr hinterher. Im Lager des "Black Demon" stellt sich Cui Ping nunmehr dem "Black Demon" und dessen Männern zum Kampf auf Leben und Tod.
Wird es Leng...., der legendären "Lady Hermit"..., gelingen, Cui Ping in diesem blutigen Kampf Entsatz zu leisten....?
Fazit:
Bevor ich auf den vorliegenden Streifen eingehe, gestatten Sie mir ein paar Worte hinsichtlich einer anderen Angelegenheit:
Eine Webseite hat ein neues Forum. Die User dieser Webseite nutzen ausschließlich dieses Forum. Dieses enthält nur oberflächliche Plauderei...., kaum analytisches und fundiert fachspezifisches. Denn für fundierte Analysen und fachspezifisches fehlt dort Zeit, Platz.... und Intellekt. Wenn Sie hinsichtlich Eastern/Shaw Brothers fachspezifisches und analytisches im Internet suchen...., dann finden Sie das eher woanders. Vielleicht sogar... hier..., und das gar.... gratis! Ich bin in diesem Forum unerwünscht..., obgleich ich einst nur die Wahrheit sagte. Aber das kratzt mich herzlich wenig.
Okay..., kommen wir zum vorliegenden Streifen. "The lady hermit"..., so lautet der Titel des von Ho Meng Hwa im Jahre 1971 für das Studio der Shaw Brothers in Szene gesetzten Swordplay-Klassikers.
"The lady hermit"..., der letzte Streifen der legendären Schwert-Diva Cheng Pei-Pei für die Shaw Brothers..., der von Ho Meng Hwa mit viel Auge für das Visuelle sowie großer Umsicht und Subtilität umgesetzt wurde.
Dieser Abenteuer-Eastern besticht durch seine subtil umgesetzte Storyline, in der Regisseur Ho Meng Hwa auch stille, gefühlvolle Momente gekonnt einpflegte, sowie durch seine durch gelungen gewählte Örtlichkeiten hervorgebrachte Atmosphäre, gekonnte Darstellungen und rasant-blutige Schwert-Fights.
Das besondere an Ho Meng Hwa´s Schwert-Eastern ist, dass wir es hier gleich mit 2 weiblichen Protagonisten zu tun haben..., einer hier überragenden Cheng Pei-Pei und einer ihr hier nacheifernden Shih Szu. Es sieht fast danach aus, als ob Produzent Runme Shaw (Bruder des legendären Run Run Shaw) hier Shih Szu gleichsam zusammen mit der scheidenden Cheng Pei-Pei als ihre Nachfolgerin aufbauen wollte.
Das Genre des Eastern änderte sich jedoch in den Folge-Jahren, als immer mehr auf Handkante gesetzt wurde. Gleichwohl entwickelte sich Shih Szu zu einer wichtigen Neben-Darstellerin für die dann fast durchweg männlichen Helden des Genres. Zudem erwuchs Shih Szu in "Kara" Hui Ying Hung auch eine Rivalin innerhalb des Shaw-Ensembles.
Hier kann sie gleichwohl absolut überzeugen..., und obwohl Cheng Pei-Pei hier die Titel-Rolle inne hat..., ist Shih Szu hier der eigentliche Star. Sie ist hier diejenige, die für die emotionalen Höhepunkte sorgt..., und auch darstellerisch hier einiges drauf hat..., sie ist die gehörnte, eifersüchtige Heldin..., die vom Schwert-Training und ihrem Kampf die Nummer 1 der Schwertträger zu sein, beseelt ist. Und am Ende alles auf eine Karte setzt.
Denn Ho´s Streifen ist eben mehr, als nur eine Story "Heldin geht bei einer zurückgetretenen Meisterin in die Lehre - und stellt dann die Schurken"..., denn die Meisterin selbst, greift wieder zur Waffe um zu töten..., und der Mann den ihre Schülerin liebt, liebt auch sie. Dies entzweit die beiden Damen..., die jedoch am Ende ihre Kräfte bündeln, um das Böse besiegen zu können. Das ist das Besondere an diesem Eastern..., und das wird von Ho Meng Hwa virtuos gekonnt und gefühlvoll inszeniert!
Auch Cheng Pei-Pei agiert gewohnt souverän und überzeugend. Shaw´s Schwert-Diva zeigt denn auch Gefühle...., Zuneigung, Freundschaft zu ihrer Schülerin..., Hass und Rachegelüste gegen ihren Erzfeind. Zudem ist sie natürlich auch hier wieder die agile Schwert-Fighterin wie die Anhänger der Shaw Brothers sie kennen.
Lo Lieh steht den Damen zur Seite..., bzw. später zwischen ihnen. Er ist der Grund für ein Zerwürfnis der Damen..., wobei Shi Szu den aktiven Part übernimmt. Cheng Pei-Pei sieht ihr dies jedoch nach..., will ihr auch während ihres Alleingangs beistehen. Lo Lieh fightet solide..., doch steht er hier -natürlich... möchte man fast sagen- darstellerisch im Schatten von Shih Szu und Cheng Pei-Pei.
Haupt-Villain inmitten einer Heerschar von Bösewichten ist hier Wong Hap (aka Wang Hsieh). Bösartigkeit und Brutalität steht ihm ins Gesicht geschrieben..., seine Rolle verlangt darstellerisch allerdings weniger Brillianz.
Die Geschichte des Films und seine Kämpfe bettet denn Ho Meng Hwa in zum großen Teil hell-freundliche Bilder..., so sandig-gelbe wie sattgrüne, sanfte Hügel..., ein verlassenes baufälliges Haus..., ein paar dürre Palisaden drumrum..., ein dramatischer Kampf auf einer sehr schmalen Hängebrücke, die zudem noch einstürzt.
Vieles ist somit outdoor..., doch für einen ersten Fight von Cheng Pei-Pei gegen die Schergen des "Black Demon" sucht Ho auch die luxuriös-surrealen Studio-Sets der Shaw Brothers auf. Insgesamt hat der Streifen eine gelungene Atmosphäre für einen chinesischen Abenteuer- und Action-Film...!
Wichtigstes bei einem Eastern..., die Gewalt, die Action. Dies ist Swordplay..., ein WuXia-Film. Und so wirkt denn hier im Jahre 1971 die Action ohne Waffen noch etwas unbeholfen. Aber gebt Shih Szu und vor allem Cheng Pei-Pei ein Schwert in die Hand...
Die Fights werden im Verlauf des Streifens immer besser und vor allem blutiger..., agil nehmen es mit Cheng Pei-Pei und Shih Szu mit vielen Gegnern gleichzeitig auf. Das verlangt, wenn es denn visuell ansprechend aussehen soll, eine präzise Choreographie. Und Kampf-Regisseur Leung Siu-Chung ist es zu verdanken, dass die Fights für anno ´71 rasant und dynamisch ablaufen. Blutig wird es bei Shaw allemal..., so auch hier. Einige Male fällt es denn doch auf, dass die Darsteller Blutbeutel vor dem Körper zum Zerplatzen bringen.
Höhepunkte sind vor allem der dramatische Kampf von Shi Szu auf einer schmalen Hängebrücke über einer abgrundtiefen Schlucht..., und natürlich der Show-Down im Lager des Schurken. Es muss wohl kurz zuvor dort geregnet haben..., denn der Boden ist etwas morastig..., so verdreckt die weiße Kleidung... und der Kampf gewinnt an Dramatik.
Lange Rede....
"The lady hermit" ist ein Klassiker des Swordplay-Eastern..., und gleichzeitig auch ein Abgesang auf dieses sterbende Genre. Gleichwohl ist Ho Meng Hwa hier auch ein letzter Höhepunkt dieses Eastern-Formats gelungen. Und Cheng Pei-Pei..., hier in ihrer letzten Rolle für die Shaw Brothers...., ihr bereitete Ho Meng Hwa einen gelungenen Abschied mit diesem gutklassigen Streifen...