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Auf obskur getrimmte Fake-Dokumentation, die bei genauerem Hinschauen jedoch nicht viel mehr bietet als sämtliche Schulmädchen-Reports und all die anderen deutschen Mach-Dich-Nackig-Streifen aus der damaligen Zeit auch. Die Handlung dreht sich um ein weibliches Sexsternchen, das während den Dreharbeiten zu einem Porno Selbstmord begeht. Ein mysteriöses Snuff Movie taucht in dem Zusammenhang ebenfalls auf...

Dabei nimmt sich der Film zwei wesentliche Dinge zur Grundlage: Den Tod der deutschen Sexdarstellerin Claudia Fielers, die 1975 an einer Überdosis Schlaftabletten im Alter von nur 29 Jahren verstarb. Die besagte Schauspielerin wirkte zuvor in allerhand frivolem Zeugs mit, wobei die Auswahl vom "Krankenschwestern-Report" (Softporno) über "Eine Armee Gretchen" (Naziploitation) bis hin zum "Fluch der schwarzen Schwestern" (Sexploitation) reicht. 

Auch der Mini-Trash-Klassiker "Big Snuff" aka "American Cannibal" des hinlänglich bekannnten Regie-Ehepaars Michael und Roberta Findlay diente hier als Inspirationsquelle. Bekanntermaßen wurde der ziemliche lahme Hippie-Exploiter mit einer zusätzlichen, jedoch klar erkennbar gestellten Snuff-Szene angereichert, die dem Billigstreifen nicht nur einen modernen Mythos einbrachte, sondern auch das FBI auf den Plan rief. 

Außer diversen Todesschreien, die während des Vorspanns auf dem Off ertönen, ist von dem Snuff-Mythos in dem Film der beiden Regisseure Andrzej Kostenko und Karl Martine allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. Das Werk konzentriert sich mehr darauf, einen freizügigen, wenn auch kaum tiefgründigen Blick auf das damalige Porno-Business zu gewähren. Dann wird wie immer munter drauflos gevögelt, wodurch sich die Produktion kaum noch von den anderen einschlägigen Sexstreifen aus den Siebzigern unterscheidet. 

Immerhin wurde dann doch noch ein bisschen schräger Humor eingebaut, der "Snuff"  fast schon zu einem deutschen "Kentucky Fried Movie" werden lässt. Eine Tötungsszene oder andere verstörende Aspekte gibt es hingegen keine. Durch die Comedy-Aspekte wird der Film seltsam leichtherzig und man fragt sich, wozu dieser abrupte Stilwechsel eigentlich nötig war? Regie-Legende Roman Polanski ist in einem kurzen Auftritt als er selbst zu sehen. 

Und ewig grüßt das Bahnhofskino... Recht konventioneller Sexfilm, der unter dem Deckmantel einer obskuren Doku erscheint. Zum einmaligen Anschauen ist diese 70s Oddity aber dennoch okay. 6 von 10 Punkten. 

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