Die zierliche Hauptdarstellerin Lim Eun-kyeong war mir noch aus "The Doll Master" ein Begriff. Dort verkörperte sie die Puppe Mi-na absolut perfekt und ich war auf ihren Auftritt in "Marrying Highschool Girl" gespannt. Doch die Vorabkritiken waren grässlich und die Freigabe des Films in Korea 15+ sorgte dafür, dass der Film sein Publikum verlor. Die Zahnspangen tragende und pupertierende Teeniegeneration durfte nämlich nicht ins koreanische Kino und ihr blieb dieser dümmliche Quatsch dann auch zum Glück erspart.
Was mit "My little Bride" in diesem Jahr den Anfang nahm, wird hier auf die dümmlichste und gefährlichste Art und Weise fortgesetzt ; die Sexualisierung von Teenagern im koreanischen Kino setzt sich fort.
Waren es bei "My little Bride" noch die Grossväter die die Enkel verheiraten wollten, so bedient man sich bei "Marrying Highschool Girl" glatt eines Fluchs. Dem Grossvater kann man ja noch widersprechen, doch bei gnadenlosen Geistern ist jeder Widerstand wohl zwecklos und so wird am Ende nicht nur geheiratet, sondern die Teenagerschwangerschaft im Klassenzimmer schliesst sich voller Freude auch noch an.
Der ganze Quatsch wird mit niedersten Witzen garniert und ohne die Spur von Verantwortung auf den Zuschauer losgelassen. So also sehen moderne koreanische Komödien der Neuzeit aus.
Die noch sehr junge Pyung Gang weint im Hause ihrer Eltern manchmal so herzzerreissend, dass sich die Balken biegen. Deshalb geht ihre Mutter mit ihr zu einem Wahrsager. Der erzählt eine ziemlich haarsträubende Geschichte. Die Kleine sei vom Geist der Prinzessin Pyung Gang besessen und diese würde solange weinen, bis sie mit ihrem Prinz On-dal wieder vereint wäre. Die unerfüllte Liebe der zwei würde wie ein Fluch aus grauer Vorzeit auf ihrem Kind lasten. Die einzige Rettung sei die Vereinigung der zwei in der Neuzeit. Somit müsse die kleine Pyung Gang ihren On-dal finden und ihn heiraten. Daneben müssten die zwei auch noch ein Kind zeugen und dies alles müsse bis zum 16-ten Lebensjahr von Pyung Gang geschehen. Ansonsten würde sie spätestens dann durch den Fluch sterben müssen. Die Mutter ist ausser sich, doch die Tochter prägt sich die Geschichte ein und sucht fortan ständig ihren On-dal.
Die Schülerin Pyung Gang ( gespielt von Lim Eun-kyeong ) geht mit ihren beiden Freundinnen Jang Yoo-sun ( gespielt von Kim Jin-ah ) und Yu Hye-sook ( gespielt von Lim Seong-eon ) zusammen in eine Klasse. Die Mädchen erzählen sich alles und auch der "Fluch" von Pyung Gang ist den beiden bekannt. Da das Zeitfenster sich für Pyung Gang zu schliessen droht und immer noch kein On-dal aufgetaucht ist, kommen allerdings bei den Freundinnen Zweifel auf. Doch plötzlich und unerwartet kommt ein neuer Austauschschüler in die Klasse. Es ist Park On-dal ( gespielt von Eun Ji-won ) und sofort setzt Pyung Gang zusammen mit ihren Freundinnen alles daran, den smarten Typen zu erobern und möglichst schnell ins Bett zu bekommen.
Selbst als ein zweiter Austauschschüler ( Roh Chil-soo gespielt von Park No-shik ) die Klasse entert, muss er schnell feststellen, wie schmerzhaft es sein kann, sich den Mädchen in den Weg zu stellen.
Da haben wir also eine vollkommen dämliche Geschichte die nur dazu benutzt wird, zwei Teenager ohne jeden kleinsten Zweifel zu sexualisieren und auch noch zur Schwangerschaft zu treiben. Da spielen Eltern eine untergeordnete Rolle und sowohl Aufklärung als auch Verantwortungsbewusstsein von Seiten der Filmemacher fehlt komplett. Ganz im Gegenteil übertrifft der Sex am Ende noch alle Erwartungen und die schwangere Pyung Gang ist im Klassenzimmer die Attraktion.
Solch eine Botschaft für die Jugend eines Landes ist nicht nur dumm sondern schon gefährlich dumm und die Freigabe 15+ lässt sich auch nur so erklären. Der Film ist bildlich vollkommen harmlos und der Humor liegt auf Kindergartenniveau. Wenn durch gezielte Tritte immer wieder der Schliessmuskel gedehnt wird und die folgenden Probleme als lustig angesehen werden, dann weiss man auf welchem Niveau man sich bewegt.
Die vielen Szenen in denen entweder jämmerlich geweint oder hysterisch geschrien wird, geraten auf Dauer ebenfalls immer nerviger.
Somit bleibt am Ende kaum etwas positives übrig. Lim Eun-kyeong kann in wenigen Szenen ein ganz klein wenig ihre Klasse zeigen. So sind die Szenen in denen sie On-dal zu verführen versucht noch die schönsten im ganzen Film. Letztendlich war aber auch ihre Performance im Vergleich zu meinen Erwartungen enttäuschend und sie erreichte in keiner Phase des Films auch nur annähernd den Knuddelfaktor einer Mun Geun-yeong aus "My little Bride".
Somit muss ich hier nochmals deutlich abstufen und es kann nur 3 Punkte geben. Diesen schrecklichen und in seiner Botschaft fragwürdigen Film braucht wirklich niemand.