Wegen einer Mutprobe muss die Highschool-Schülerin Julie die Nacht in einem Mausoleum verbringen. Doof, dass just in dieser Nacht ein kürzlich beigesetztes Medium die Toten aus ihren Gräbern steigen lässt...
ONE DARK NIGHT beginnt vielversprechend, lässt sich viel Zeit mit dem Einführen der auftretenden Charaktere und zeichnet sich vor allem durch eine kompromisslos düstere, bitterböse Grundatmosphäre aus. Daran kann auch nicht rütteln, dass die Teenager-Charaktere mal wieder über alle Maßen dämlich ausfallen, ja ein Mädel sogar den ganzen Film über mit einer Zahnbürste im Mund herum läuft (diesen Trend muss ich damals auch irgendwie versäumt haben). Im Mausoleum kommt dann gute Grusel-Stimmung auf, die deutliche Paralellen zu den PHANTASM- a.k.a. DAS BÖSE-Filmen aufweist. Sogar einen "Tall Man"-Dopelgänger findet man in einer kleinen Nebenrolle, ebenso Darsteller Adam West (BATMAN HÄLT DIE WELT IN ATEM), dessen schauspielerische Qualitäten beinahe an die eines morschen Astes heranreichen.
Also: Viel Vorgeplänkel, um einer Mädchen-Clique beitreten zu dürfen, muss Julie also im Leichenhaus übernachten, blabla... Es dauert und dauert und dauert und man wartet wie ein Wahnsinniger daruf, dass eindlich die Zombies aus den Gräbern kommen..., doch es passiert nix. Doch! Dann, geschlagene zehn Minuten vor Feierabend erweckt der Tote mit den telekinetischen Fähigkeiten (gute Frage wie, ist ja eigentlich tot) mittels Blitze aus den Augen ein paar Leichen zu neuem Leben, als er bemerkt, dass Jugendliche seine Grabstätte entweihen.
Das Erwecken der Leichen ist dann auch so ein Kracher: Die Leichen wandeln nicht in Zombie-Manier durch das Mausoleum, nein, das Medium lässt sie schweben(!), ...was zweifelsohne aus produktionstechnischer Sicht eine weise Entscheidung war, da man hauptsächlich nur Plastikskelette zur Verfügung hatte. Zwei-drei einigermaßen gut geschminkte und mit Würmern und Maden behangene Statisten werden glücklicherweise auch geboten. Gore fällt dabei leider gar nicht vom Stapel. Die Teenager sterben, wenn ich das richtig verstanden habe, nur, weil sich die schwebenden Untoten auf sie drauflegen (*seufz*).
So blöd das klingt, ist es unterm Strich aber eigentlich gar nicht. Als Zuschauer muss man nur sehr geduldig sein, sich dann zwischen der gelungenen Grusel-Atmosphäre und den trashigen Plastikgerippe hin- und herreissen lassen, um dann noch ca. zehn Minuten durchwachsene "Zombie"-Action geboten zu bekommen (*seufz²*)
Adam West: (+)(+)(-)(-)(-)
Grusel: (+)(+)(+)(-)(-)
Splatter: (-)(-)(-)(-)(-)
Zahnbürste: (+)(+)(+)(+)(-)
Fazit:
PHANTASM ohne die fliegenden Kugeln, den Tall Man und den Gore, sondern einfach nur nachts im Mausoleum. Hätte Potenzial zu weitaus mehr gehabt. Somit irgendwo zwischen ganz nett und enttäuschend.