Review

Nach den ersten 5 Minuten wollte ich abschalten, doch dann ließ ich mich auf diesen satirischen Trashfilm ein und wurde letztendlich gut unterhalten.
Produzent Roger Corman, Regie-Veteran klassischer (rasch inszenierter) Gruselfilme nach Erzählungen von Edgar A. Poe, wagte sich 1975 in einen anderen Genrebereich: der SF-Satire.
Was sich auf dem Bildschirm zeigt, ist eine kunterbunte Mischung aus schwarzhumoriger Action-Satire im futuristischen Rennsport.

ACHTUNG SPOILER!
Für das sogenannte "Todesrennen" gibt es Punkte, wenn man Fußgänger umfährt und natürlich die Kontrahenten besiegt. Eine französische (!) Widerstandsgruppe gibt es auch noch, die das munter mordende Treiben mit teilweise absurden Anschlägen zu stoppen weiß.
SPOILER-ENDE!

Äh ja, so überzeichnet, wie ich das eben beschrieben habe, ist der Film auch (ehrlich!).
Zugegeben, am Start tummeln sich gerade mal 5(!) Flitzer, die irgendwie Ähnlichkeit mit Rosenmontag-Karnevalswagen haben. Auch die Fahrer und Navigatoren scheinen der Narrenzeit entsprungen zu sein (Stichwort: pelzbesetzter Rennhelm!).
Mittendrin sitzen die Herren Carradine und Stallone.
Carradine, der in Deutschland in den 1970er-Jahren mit der Serie KUNG FU bekannt wurde, spielt einen Fahrer namens "Frankenstein" (ehrlich!).
Der junge Sly Stallone (am Anfang seiner Karriere) darf ein richtiges Arschloch von einem Kotzbrocken mimen (ohne Witz, ehrlich!).
Der Streifen ist themengerecht kurzweilig gehalten.
Bei einer Laufzeit von 76 Minuten kann gar keine Langeweile aufkommen.
So lösen sich in rascher Folge schwarzhumorige Fußgänger-Jagden mit Rennszenen (meist im Zeitraffer gefilmt) ab. Dazwischen dürfen die Damen mal die Brüste blank ziehen (ehrlich!).
Splatter light gibt es auch.
Dominant sind jedoch die satirischen Kicks auf Gesellschaft, Konsum und Rennsport.
Wilde und rohe Ideen sind reichlich vorhanden.
Ernst nehmen kann keiner dieses flott heruntergekurbelte Filmwerk.
Unterhaltsam ist FRANKENSTEINS TODESRENNEN aka DEATH RACE 2000 auf seine gewisse Art und Weise dennoch (ganz ehrlich!).
Carradine werden die jüngeren Zuschauer unter uns auch als charismatischer Gegenspieler aus KILL BILL VOL. 1+2 kennen.
Stallone kennt sowieso jeder weltweit zwischen dem Nord- und Südpol.
Der Film ist ein existierender Beweis dafür, dass man mit Trash unterhalten und Geld machen kann.
Bei dieser frechen Mixtur kann ich vor Roger Corman nur den Hut ziehen (ganz ehrlich!).

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