Review
von Leimbacher-Mario
Einer der schlausten dummen Filme überhaupt
"Death Race 2000" ist eine Perle in der Produktionskrone Roger Cormans - gleichzeitig mit das Trashigste sowie das Cleverste was die B-Movie-Legende je rausgehauen hat. Anarchie, Gewalt, Sex, Asphalt. Dieses bunte Geschoss hat alles unter Haube, was man sich wünschen kann. Wie es Verhoeven später ganz ähnlich machen sollte, schlagen hier schlechter Geschmack und feinste Sozialkritik geschickt Brücken, unterlaufen Erwartungen und verwirren Kritiker, Zuschauer, Menschen auf klaren Wegen. Werte werden mit Füßen getreten bzw. Rädern überrollt und gleichzeitig delikat angeprangert und aufgedeckt. Hier wird der Finger fies in Wunden einer damals wie heute leicht verwundbaren und zu recht kritisierbaren Nation und Welt gedrückt. Als Müll verkleidet und als Professor und Rebell bleibend.
Es geht um einen futuristisches Autorennen quer durch die Staaten. Die Welt scheint verkommen, es gibt Punkte für das Töten bzw. Überfahren von Menschen, die Gesellschaft scheint ihren Blutdurst nicht einmal mehr zu hinterfragen, der Staat regiert, kontrolliert, besitzt die totale Macht. Eine Dystopie aus Benzin und Irrsinn, ein Vorbild von "Speed Racer" bis "Starship Troopers". Die wild designten Autos mit ihren Waffen und Mustern, die völlig überzogene Gewalt, Stallone gegen Carradine, zeigefreudige Pornosternchen und packende, mit Zeitraffer beschleunigte Rennduelle - da trifft das Kind im Kerl auf den Rebell der Rennstrecke, der Pessimist auf den Eskapisten, der Barbar auf den Connoisseur, der Müllmann auf den Peniskopf. Man jubelt und trauert, man fürchtet und bangt, man schüttelt den Kopf und nickt. Über eine Zukunftsvision, die drastisch, unterhaltsam und zugleich gar nicht so weit weg ist, wie man sie gerne hätte.
Fazit: ein rollender Satire-Dampfhammer und eine Sternstunde für Corman und seine Truppe - dieses Rennen ist eine große Gaudi und keineswegs so flach wie man auf den ersten Blick denken könnte. Ein Klassiker des "schlechten" Geschmacks!