Meiner Meinung nach ein völlig überbewertetes Stück Film:
Das Produktionsteam konnte es nicht lassen, die Tiere zu vermenschlichen und einen dermaßen üblen Off-Kommentar von Vater, Mutter, Kind über den Film zu legen, dass man sich die gesamte Laufzeit nur die Ohren zuhalten möchte...von der wirklich üblen Esoterik Musik mal ganz abgesehen.....
Schon beim ersten Kommentar: ......hört unsere Geschichte“ dachte ich,oje das könnte anstrengend werden. Und das wurde es natürlich auch. Die Pinguine wandern jedes Jahr zu Tausenden (grandioses Bild) durch die Antarktis, um sich in einem geschützteren Teil als direkt am Meer zu paaren. Hätte man doch so auch sagen können. Aber nein, stattdessen wandern die Brummer zur (Achtung, O-Ton, bei dem mir wirklich übel wurde) „Oase der Liebe“, wo sie den „Tanz der Verliebten“ miteinander tanzen. Und wie im Softporno auf Pro7 wurden dann die Vögel auch nur von der Gürtellinie an aufwärts gezeigt, als der Tanz sich dem Ende zuneigte. Jedenfalls nehme ich an, dass sie sich gepaart haben: Die Hälse ruckeln rhythmisch, die Viecher schnäbeln auf Teufel komm raus, und ein paar Filmminuten später plumpst ein Ei auf die Füße der Mutter.
Das Ei muss dann dem Männchen übergeben werden, der das Ausbrüten übernimmt. Die Eiübergabe gehört zum spannendsten, was ich seit langem gesehen habe. Anscheinend sind die Eier noch so zart, dass sie es nur wenige Sekunden ohne den warmen Gefiederschutz der Eltern aushalten, so dass die Aktion schnell und koordiniert vor sich gehen muss. Der Film zeigt zuerst ein Pärchen, bei dem die Übergabe schief geht, das Ei bekommt einen Sprung, und der wächst sofort mit Eiskristallen zu. Schon dramatisch genug, aber auch diese berührende Szene kann man natürlich totquatschen. Bei „unseren“ Pinguinen geht aber alles gut, die Übergabe klappt, das Männchen hat das Ei, und das Weibchen kann erstmal auf Futtersuche gehen.
„Unsere“ Pinguine könnten übrigens auch alle anderen sein – ich habe verzweifelt versucht, auf Unterscheidungsmerkmale zu achten, aber für mich sahen sie wirklich alle gleich aus.
Während das Männchen mit dem Ei nun den Schneestürmen bzw. den „Tränen des Winters“(Muhahaaa) trotzen muss, wandert das Weibchen ans Meer, um Futter für das Junge zu sammeln. Zum ersten Mal sehen wir hier in Unterwasseraufnahmen, wie elegant die Tiere vorankommen und blitzschnell Haken schlagen, um Fische zu fangen. Aber die Idylle währt nicht lange: Drohend bewegt sich eine Robbe auf die Pinguine zu – bzw. auf die Kamera und damit auf uns. Das Bild, das ein weitaufgerissenes Maul der Robbe zeigt, hätte auch aus Jurassic Park sein können. Einen Pinguin erwischt der Räuber – und der eklige Offtext war: „Das Monster (Ohhhman) hat gleich zwei Leben zerstört: das der Mutter und das des Kindes (sind wir in der Natur oder im Zirkus?), das nun nicht mehr gefüttert wird.“
Vielleicht ist der Film im französischen Original nicht ganz so doof, aber ich kann es mir kaum vorstellen, denn die Grundidee, den Tieren ein menschliches Bewusstsein zu geben, bleibt genauso bescheuert. Natürlich wirken nun einige Szenen umso stärker, wenn man sich vorstellt, dass die Tiere eben nicht aus Instinkt handeln, sondern sich wirklich bewusst für den Marsch und einen Partner entscheiden. Die Pinguine wirken nun so, als ob sie trauern oder sich freuen usw., aber genau diese blöde Manipulation werfe ich dem Film vor. Die Bilder und die Geschichte sind eindrucksvoll genug – warum muss man daraus eine peinliche Märchenstunde fürs Familienministerium machen? Mein Tipp: Film ohne Ton angucken und dabei über die Stereoanlage Musik hören! Das sollte mehr Spaß machen als sich dieses mäßige-Gebabbel aus dem Off anzuhören.
Warum der Film zb. in Amerika so ein Erfolg war kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehe da es wesentlich bessere Dokumentationen in dieser Richtung gibt....aber vielleicht ist das ja was für die Kleinen Racker....obwohl...meine Kinder fanden es blöd!