Beeindruckende Bilder liefert Luc Jacquet mit seiner Dokumentation über die Reise der Kaiserpinguine. Der Kampf ums Überleben, der Kampf gegen den Winter, aber auch der Weg, der neues Leben entstehen lässt, wird detailliert beschrieben.
Die Reise beginnt mit einer Karawane, bestehend aus hunderten von Pinguinen, die alle auf dem Weg zu ihrer geschützten Brutstätte sind. Dort angekommen, treffen sie auf Tiere anderer Karawanen und die Paarung kann starten.
Nach drei Mondphasen verlassen die Eier den Körper und müssen sogleich gewärmt werden.
Schnell machen sich die Weibchen auf, um Nahrung für sich und den baldigen Zuwachs zu besorgen, während die Männchen weiter die Eier ausbrüten und das unter extremsten Bedingungen.
Vergleichbar extrem müssen die Bedingungen für das Filmteam gewesen sein, die bei härtesten Witterungsverhältnissen atemberaubende Naturaufnahmen abliefern. Geduldig wie die Pinguinmännchen, die zwei Monate lang in wahrlich eiserner Disziplin die Eier hüten müssen, was sich als anstrengender Balanceakt herausstellt.
Urige Eiswüsten in endloser Weite, nahezu traumhafte Unterwasseraufnahmen jagender Pinguinweibchen und ein Schneesturm, bei dem sich der Zuschauer gleich noch tiefer in seine Decke einmummelt.
Faszinierende Aufnahmen, die von einem (fast immer) stimmungsvollem Score von Emilie Simon unterlegt sind. Allerdings haben mich persönlich die Gesangsparts ein wenig gestört (Die Frau sieht einfach besser aus, als sie singt).
Der größte Fehler dieser Doku ist das Fehlen eines neutralen Erzählers, der höchstwahrscheinlich noch ein paar wichtige Fakten beigesteuert hätte, die hier schlicht zu kurz kommen. Stattdessen setzt man auf drei Ich-Erzähler aus der Sicht einer Pinguinfamilie. Das klingt meistens recht platt, wenig informativ und zuweilen auch reichlich kitschig.
Da stehen mitunter die wunderbaren Aufnahmen der Tiere im totalen Kontrast der nervenden Erzählstimmen und trüben den Genuss doch gewaltig.
Dennoch bleibt diese Tierdoku sehr sehenswert und bringt ein paar Einblicke über den Zyklus einer Gattung, die bis dato noch viel zu selten im Rampenlicht stand.
Wer sich häufiger Tierreportagen im TV ansieht, sollte hier mal einen Blick riskieren, es lohnt sich!
7 von 10 Punkten