Wenn man sich einen solchen Film ansehen will, sollte man einfach Interesse daran haben zu erleben, wie im Grunde völlig durchschnittliche junge Menschen (hier schon knapp über 20) in eine lebensbedrohliche Situation kommen.
Diese Art Filme erfordern geradezu die Normalität der Protagonisten, ein mit überragenden Fähigkeiten versehener Darsteller (und seien diese auch „nur“ geistig) würde den Film sofort in ein anderes Genre einordnen, Richtung „Held gegen Monster“.
Hier gibt es natürlich keinen Helden, sondern eine Gruppe von 5 Studenten, bestehend aus dem üblichen blonden Püppchen, daß gerne lacht und zu allem bereit ist, dem ebenso blonden Jüngling, der nichts anbrennen läßt und beim anstehenden Rave die Mucke macht, dann der vernünftige dunkelhaarige Frauentyp – Gretchen ,die Fahrerin - als Gegenpol und der ausgeflippte Witzbold, der alle mit Drogen versorgt. Dazu – als originelle Neuerung – ein blinder ,aber nicht unwitziger Zeitgenosse. Alle wollen sie zu einem „Wüsten-Rave“ und Gretchen nimmt sie in ihrem alten Kombi mit.
Selbstverständlich agieren alle Personen ebenso medioker wie sie angelegt sind, aber daran gibt es nichts auszusetzen. Im Gegenteil, das gehört dazu und hier läßt sich der Film auch erstaunlich viel Zeit, uns mit ihnen vertraut zu machen.
Denn zuerst geht es in „Reeker“ um den Aufbau einer spannenden Atmosphäre. Während die Gruppe gerade einen Streit zwischen Gretchen und dem Drogenbaron erlebt, werden sie von einer Art Erdbeben erschüttert und danach ist nichts mehr wie es vorher war...
Das Radio bringt kein Programm mehr, die Handys haben keinen Empfang und an der zuvor bevölkerten Raststätte ist kein Mensch mehr. Dafür tauchen immer mehr Hinweise auf Zerstörungen, Verstümmelungen und brutale Bluttaten auf.
Das Ganze wird durchaus originell im Detail - wenn auch nicht innovativ - geschildert und die zunehmenden Brutalitäten wirken nie aufgesetzt, sondern logisch in ihrer Abfolge.
Positiv ist anzumerken, daß sich der Spannungsbogen sehr lange hält und nicht durch irgendein zu früh verschenktes „Coming-Out“ der Bedrohung in sich zusammenfällt.
Die Auflösung ist dann tatsächlich überraschend, wenn auch nicht unbedingt sensationell und deshalb für manchen auch recht enttäuschend.
Tatsächlich lohnt es sich im Nachhinein viele Details noch mal ins Gedächtnis zu rufen und man kann nicht umhin ,den Machern Konsequenz und Intelligenz bei ihrer Konzeption zuzusprechen.
Das Jedem nach Ansicht des Films irgendein anderer vergleichbarer Film des Genres einfällt, mag ja sein (wie man in den anderen Reviews lesen kann), aber eben erst im Nachhinein oder nur teilweise zutreffend und daran erkennt man, daß die Macher hier zwar nicht das Rad neu erfunden haben, aber es doch irgendwie anders rollt....
Ansehenswert (7/10)