Review
von Kiste
gekürzte Filmversion
Im Korea des ausklingenden 16. Jahrhundert ruft ein offenbar von Rebellen angezettelter Falschgeldskandal die staatliche Geheimpolizei aus der Hauptstadt Hansung auf den Plan. Deren Kommandant Hangbo hält es für angeraten, ausgerechnet seine beste Schülerin und heimliche Liebe Chae-Ok auszusenden, um die gegnerischen Reihen unerkannt zu infiltrieren.
Das hat man nun davon, wenn man ahnungslos eine 4 Filme auf 2 DVDs Scheibe einwirft, nicht auf die Lauflängen achtet und sich wundert das die ganze Geschichte geschlagene drei Stunden dauert. Undercover Woman ist eigentlich eine TV Serie, die auf 180 Minuten Laufzeit zurückgestutzt wurde und logischerweise demzufolge beim unvorbereitetem Betrachter mehr als nur ein Fragezeichen um den Kopf fliegen läßt, denn von richtig zusammenhängender Handlung kann keine Rede mehr sein.
Es wird zwar das Schicksal der weiblichen Polizistin (was in Korea zu der Zeit wohl alles andere als üblich war, also feminine Ordnungshüter zu beschäftigen) geschildert, gerne auch mal in Rückblenden, aber alle Nebenhandlungsstränge bleiben vage oder verlaufen ohne Umweg ins nichts. Irgendwann stellt man unweigerlich die Frage, Handlung wo bist du? So nach anderthalb Stunden hab ich dann ziemlich aufgegeben der Story noch folgen zu wollen und hab mich danh eher auf die reinen Schauwerte wie Kämpfe und Ausstattung konzentriert. Dort kann undercover Woman (die aber nie wirklich undercover operiert, zumindet nicht in dem Part in dem ich noch den Dialogen zu folgen versuchte) aber auch nur bedingt punkten, klar asiatypisch sind die Kostüme klassisch der vorgegeben Epoche angepaßt, aber die Kämpfe sind nicht so wirklich prickelnd. Zwar fliegen die Kontrahenten mittels Wire Fu wie von Zauberhand durch den Bambuswald, aber die Kämpfe sind doch eher von der lauen Sorte, zudem hektisch zusammengeschnitten und insgesamt nichts weswegen Leute wie Jackie Chan in Rente gehen müßten.
Eine absolute Katastrophe ist auch die Synchro geworden, die wohl von einem Haufen Amateuren zusmmengestümpert wurde, denen das Wort lippensynchron auch ziemlich egal war, das erschwert natürlich den Filmgenuß, und wenn ich diese Dömel in der unkekürzten Serienfassung über 15 Stunden ertragen müßte, würde ich wohl freiweillig dem Suizid Kommando der judäischen Volksfront beitreten.
Nee, viel neues wird hier nicht geboten, eigentlich die Standardplotte aus Fernost um Ehre, Schuld, Sühne und ein wenig emazipatorisch gegen die damalige patriachalische Dominanz gewettert. Trotz Kürzung treten dabei immer noch jede Menge Längen auf und nach den drei Stunden des zwar bilgewaltigen Epos, war ich doch froh es hinter mir zu haben, da ist mir doch ein Kurzhappen a la Tiger & Dragon lieber und bekömmlicher.
5/10