Review

In diesem Film dreht sich alles um Lara Wendel, und das ist sogar - entgegen meiner Erwartung - gut so. Ich kannte die Schauspielerin nur aus einem miesen Teeniesexfilm, der nur von juristischem Interesse ist, und aus "Ring of Darkness", wo sie ausschließlich in die Gegend stiert. Hier ist sie eine wunderschöne, geheimnisvolle junge Frau, ein echter Star. Und der Regisseur inszeniert ihre ersten Begegnungen mit Fabio Testi, der seinen Part auch hervorragend spielt, nach allen Regeln der Kunst. Allerdings dreimal und das ist zweimal zu viel. Das erste Mal befindet sich das Mädchen namens Biba aus nicht ganz klaren Gründen im Auto eines Mafiosi, der dem Politiker und Geschäftsmann Michele Alemani (Fabio Testi) ein paar Kugeln in die Beine jagt. Sie rettet ihm das Leben, indem sie ihm die Beine abbindet und damit das verbluten verhindert. Der in einer miesen Ehesituation mit Rita, einer Politikertochter, lebende Genesende denkt ständig an sie, bis er - 2. Auftritt - sie in einem Ristorante wieder sieht. Die Musik spielt "September Morning". Zum dritten Mal schließlich sieht er sie als Modell, nachdem er erfahren hat, wo sie arbeitet. Nun gut, so kann der Film nicht weitergehen und das tut er dann auch nicht. Der Wendepunkt ist eine sehr gelungene ganz in blau gehaltene Liebesszene (Mondlicht, aber sehr gestylt - die Film noir-Anklänge in anderen Szenen gefallen mir ja weniger gut). Hier sieht man die Wendel zum ersten Mal nackt, allerdings sehr dezent. Nach der kitschig guten - aber eben wirklich auch guten - Szene kommt dann die zweite wichtige Enthüllung: das Mädchen ist heroinsüchtig, und offenbar deswegen von einem unguten brutalen Typen namens Peza abhängig, mit dem es schon im Ristorante eine kleine Auseinandersetzung gegeben hatte. Ab hier nimmt das Drama seinen in etwa erwartbaren Verlauf wenn sich die Familie der sitzengelassenen Rita mit dem Bastard Peza, der ja irgendwie auch sitzengelassen wurde, zusammentut um das Glück der beiden zu zerstören, Aber, wie gesagt ist es weniger der Inhalt - Politik, Mafia, Rauschgift, wir befinden uns ja in Italien - der überzeugt, als die Inszenierung der schönen Wendel, und Testi vermag es, daneben auch noch als sehr guter Schauspieler aufzufallen. Für Freunde des Italo-Films trotz des eher geringen Sleazegehalts unbedingt eine Empfehlung, und ab heute kann ich mich endlich auch zu den Wendel-Fans zählen!

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