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Auch das sehr weite Feld des Horrorfilms beinhaltet eine Vielfalt an Subgenres, deren Aufzählung wohl einige Zeit in Anspruch nehmen würde. In den 1980er Jahren waren sogenannte "Camper-Filme" besonders beliebt. Die Stories innerhalb dieses Subgenres zeichneten sich durch eine gewisse Homogenität aus. Es ging prinzipiell immer um Stadtmenschen, die sich aus irgendwelchen Gründen entschlossenen haben, einige Zeit in der unberührten Natur zu verbringen.

Die Hintergrundgeschichte von "Hunter´s Blood" passt exakt in dieses Schema. Es geht um fünf Freunde, die in einem dichten Wald auf die Jagd gehen wollen. Unglücklicherweise ziehen sie in einer naheliegenden Bar den Zorn der Einheimischen auf sich. Im späteren Verlauf des Films stellt sich heraus, dass die Wälder von einer Gruppe Psychopathen bewohnt werden, die es auf die Eindringlinge abgesehen haben...

Die Jäger könnte man als einen recht heterogenen Haufen bezeichnen. Jedem sind ganz besondere Charakterzüge zuzuordnen, die für die Entwicklung des Films wichtig erscheinen. Die Einführung der Protagonisten, die Fahrt in den Wald, der Ärger in der Bar nehmen 2/3 der Laufzeit von "Hunter´s Blood" ein. Die interessanten Aspekte des Films entfalten sich erst im letzten Drittel. Zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich zum ersten Mal etwas paranoische Atmosphäre und Spannung, die man bis Dato leider vermissen musste.

Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern enthält "Hunter´s Blood" leider keine gelungenen Landschaftsaufnahmen. Gerade im ersten Teil wären sie meines Erachtens unerlässlich gewesen, um dem Zuschauer ein wenig mystische Stimmung zu vermitteln. Außerdem stellen gelungene Landschaftsaufnahmen immer einen interessanten Kontrast zu dem brutalen Überlebenskampf dar. Doch leider verpasst der Film die Gelegenheit, von der wunderschönen Naturlandschaft zu profitieren.

Vielmehr wurde "Hunter´s Blood" von dem Regisseur Robert C. Hughes sehr statisch und "neutral" inszeniert. Ich kann mich bedauernswerterweise an keine gelungene Kamerafahrt erinnern.
Zumindest wurden die Darsteller alle sehr gut (in Bezug auf die Ansprüche des Films) ausgesucht. In einer kleinen Rolle ist sogar der spätere Hollywoodstar Billy Bob Thornton zu sehen.  Somit bewahrt das gelungene Spiel der Psycho-Rednecks und der Jäger  "Hunter´s Blood" jederzeit vor unfreiwilligem Humor.

"Camper-Filme" zeichnen sich sehr selten durch den übermäßigen Einsatz an Goreeffekten aus. Auch "Hunter´s Blood" stellt in diesem Kontext keine Ausnahme dar. Dennoch existieren in diesem Film einige gelungene Momente: Zwei Headshots, ein Geweih als Mordwerkzeug, ein abgetrennter Kopf.
Kein Effekt lässt sich als lächerlich oder veraltet qualifizieren.

Wer bereits meine kurze Abhandlung zu dem sehr ähnlichen Film "Rituals" gelesen hat, kann sicherlich vermuten, dass ich Camper-Filmen nicht abgeneigt bin. "Hunter´s Blood" gehört aufgrund der oben genannten Schwächen aber keineswegs zu einem Höhepunkt des Genres. Als einmalige leichte Unterhaltung ist er dennoch bestens geeignet. Ich empfehle den Film in einer etwas nostalgischen Phase zu sehen. Eventuell fällt eure Bewertung dann positiver aus als meine.

Leider nur 5 Punkte.

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