Jagen & gejagt werden!
„Hunter's Blood“ ist ein klassischer Backwoodthriller über eine Männergruppe, deren Jagdausflug und Überlebensinstinkte von aggressiven Hillbillyfreaks mehr als nur auf die Probe gestellt werden…
Kein Kanu - dafür ohne Warnung!
Auch wenn „Hunter's Blood“ nicht in die oberste Riege der maskulin konnotierten „Backwoodthriller“ aufsteigt, weder qualitativ geschweige denn von seinem Bekanntheitsgrad, würde ich ihn für Fans von sowas aber trotzdem mal ganz locker und gewissenhaft empfehlen. Es gibt einige bekannte Fressen zu entdecken (sogar ein richtig junger Billy Bob Thornton!), das amerikanische Hinterland strotzt vor Menschenfeindlichkeit, alles ist aufgeladen mit Testosteron, dicken Eiern, Faulheit und Überlebenskampf. Das macht „Hunter's Blood“ schon schön räudig, plakativ und direkt - und das ist hier mal wirklich positiv gemeint! Das passt zu diesem Subgenre zwischen „Southern Comfort“ oder „Rituals“. Man baut schnell eine Bindung auf, wird aber auch angewidert und abgestoßen. Als „Was würdest du tun?“-Situation funktioniert das genauso gut wie als etwas überzeichneter Comicstrip über Maskulinität. Mit klaren Horroranleihen. Oder eher des Terrorkinos. Hat alles Hand und Fuß, hat eine Galligkeit, hat für mich funktioniert. Wir sind dem Abgrund immer sehr nah - egal wie zivilisiert wir tun. Ohne jetzt herauszustechen oder komplett fies zu werden. Aber trotzdem eine solide Überraschung, die ich gerne in besserer Qualität in einer angemessenen Veröffentlichung sehen würde. „Hunter's Blood“ muss sich nicht verstecken, nicht vergessen werden und hat ein wenig mehr Scheinwerferlicht verdient. Er bellt nicht nur, er beißt auch. Ungemütlich.
Fazit: stabiler „Deliverance“-Epigone mit mehr Testosteron als manch ein Fitnessstudio und mehr Schweiß als manch eine Sauna!