Mal wieder ein selten dämlicher Titel eines Streifens, der die meiste Zeit über nicht weiß, wo er hin will: Sieht nun die Katze auf einmal sieben Tote oder wird sie Zeuge diverser Ableben?
Letzteres ist natürlich der Fall in dieser Mischung aus Giallo und Gothic Krimi, welche zumindest mit einigermaßen gelungener Atmosphäre ausgestattet ist.
Corringa (Jane Birkin) kehrt nach Rausschmiss aus dem Internat nach Schottland zu ihren Anverwandten zurück auf ein altes Anwesen. Lady MacGrieff ist jedoch trotz guten Zuredens nicht bereit, das baufällige Gemäuer zu verkaufen und kurz darauf wird jemand ermordet aufgefunden...
Als die Szenerie direkt mit einer von Ratten angeknabberten Leiche einsteigt, erwartet man die große Schlachtplatte mit viel Blutvergießen, doch dem ist keineswegs so. Zwar finden sich typische Merkmale des Giallos, wie ein aufblitzendes Skalpell im Halbdunkel, Nahaufnahmen und ein recht geschicktes Spiel mit diversen Helligkeitsstufen, doch mit fortlaufender Dauer entwickelt sich die Chose eher zum Krimi, mit einem phasenweise nicht uninteressanten Ratespiel um den Killer.
Die Aufnahmen mit der dicken roten Perserkatze sind recht gut gelungen, denn Katzen haben grundlegend ihren eigenen Kopf, besonders im Zusammenhang mit Darstellern, denen sie sich im vermeintlichen Schlaf hautnah annähern sollen. Ansonsten ist der Stoff etwas schnarchig und dialoglastig aufgezogen, denn es geht anbei um allerlei Intrigen, eine Französischlehrerin, die mit jedem und allem in die Kiste springt, einen verrückten Sohn, der wie ein Eremit in seinem Kämmerlein haust und eine Mordreihe, bei der die Katze jedes Mal anwesend ist.
Nicht zu vergessen sind so dumme Ideen wie ein Statist mit Gorillamaske (Im Keller soll ein Affe im Käfig hausen) und die Möglichkeit von Vampirismus in der Familie, was aber rasch wieder fallen gelassen wird.
Die Kulissen mit Friedhofskapelle, einigen Geheimgängen, nettem Weinkeller und stilvoll eingerichteten Gemächern schafft zusammen mit dem gut ausbalancierten Score eine angenehm düstere Stimmung, Jane Birkin mimt die leicht naive junge Frau ganz okay, nur ihr langjähriger Lebensgefährte und Duettpartner Serge Gainsbourg ist als ermittelnder Inspektor völlig fehlbesetzt. Anbei ist noch Anton Diffring als dubioser Arzt im Spiel und Hiram Keller, der zumindest mit seiner düsteren Ausstrahlung punkten kann.
Und diese ist es letztlich auch, die den Mix aus diversen Versatzstücken zusammenhält, da in dem teils kruden Drehbuch sieben Katzen keine Maus mehr wieder finden.
Ein Streifen der zum Großteil von seiner Stimmung lebt, gegen Ende ein wenig vom Whodunit profitiert und im Gesamtbild recht souverän inszeniert ist, jedoch nie von seinem Spannungsgehalt allein leben kann.
5,5 von 10