Review

Schockulus Rift


Meine freie Fahrt durch den Schlund der billigen Unterwasser-Horror-Produktionen geht weiter. „Sirene 1“ aka „Endless Descent“ besser bekannt als „The Rift“ ist ein weiterer „Abyss“-Nachzögling und handelt von einem bemannten U-Boot, dass ein weiteres, verschollenes finden soll. Doch der Grund für das Nichtantworten der Kollegen ist monströser als man sich je eralpträumt hat... 

„The Rift“ befindet sich eher am hinteren Ende der Nahrungskette der (Möchtegern-)James Cameron-Nutznießer, hat jedoch noch immer genug Qualitäten, um nicht als totale Zeitverschwendung zu gelten oder, um im aquatischen Fachjargon zu bleiben, damit ihm nicht die Luft ausgeht. Das Teil hat einen charmant-altmodischen „10.000 Meilen unter dem Meer“-Vibe, kombiniert mit dem Sleaze und Trashcharme seiner Zeit. Die Monster sind vielfältig und schön handgemacht, zerplatzen spektakulär in einem Blutbad. Einige schleimige Setpieces können sich sehen lassen, R. Lee Ermey ist der geborene Kapitän und (auf den ersten Blick) Bad Guy, der Score spielt eine Liga über viel vom Rest. Ansonsten gibt’s nicht viel zu melden in dieser Konservendose. Von den Figuren weiß man schon während dem Abspann keinen Namen mehr, sie sind zudem durchzogen von Klischees und Stereotypen, eine ordentliche Geschichte ist nicht vorhanden und die Wendungen kommen aus dem Nichts, wirken erzwungen und unhomogen. Im Endeffekt kriegt man aber das, was man erwartet. Monster, Wasser, Blut, Miniaturen, Plastik und... noch mehr Wasser?! Bei niedrigen Erwartungen, versteht sich. 

Fazit: für Monsterfans und Anhänger klassischer Unterwasserabenteuer noch völlig guckbar und seine kurze Zeit wert. Für den Rest gibt es an jeder Ecke bessere Alternativen, von „Leviathan“ über „Deep Star Six“ bis zum neuen „Underwater“. Gerade noch so okay - neben den handgemachten Kreaturen vor allem noch wegen dem immer schön strengen R. Lee Ermey. Nostalgisches Mittelmaß. 

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