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Ein Komponist mietet sich eine Villa, wo er in Ruhe arbeiten zu gedenkt, doch schon bald findet der Mann Hinweise darauf, dass in der Behausung Morde geschahen und macht sich an die Geheimnislüftungsarbeit.

Mit "A blade in the dark" lieferte Regisseur Lamberto Bava seinen ersten Giallo ab, dem noch viele weitere folgen sollten. Das Problem bei Filmen dieser Zunft ist, dass es von Leuten wie Mario Bava (Lambertos Papa) und Dario Argento so stark geprägt worden ist, dass immer wieder Vergleiche mit den Werken dieser beiden Männer gezogen werden, welche die "Nachzügler" niemals für sich gewinnen können. Nichtsdestotrotz ist Lamberto Bava hier ein guter Giallo gelungen.
Die Geschichte bleibt eine lange Zeit geheimnisvoll und spannend, da der Zuschauer zusammen mit dem Filmmusikkomponisten Bruno einzelne Puzzleteile zusammensetzen muss, um die Geschehnisse in und um der Villa zu durchschauen. So gibt es unter anderem eine Schlüsselszene im Film im Film, zu dem Bruno die Musik komponiert, die mit den Morden zusammenhängt, ein gefundenes Tagebuch, eine flüsternde Stimme auf dem Tonband, Tennisbälle und einige Verdächtige für die Taten, zu denen zwar Spuren in dem Prachtbau gefunden werden, die Opfer jedoch verschwunden bleiben. Storytechnisch sind also gute Voraussetzungen für einen funktionierenden Giallo vorhanden, wobei mir besonders gut die Szenen gefallen, in denen Bruno interessante Entdeckungen macht wie bei der Tonbandgeflüsteranalyse oder den Mordhinweisfunden.
Der Schauplatz der Villa mit den vielen Räumen, engen Gängen und dunklen Kammern bietet zudem einen gelungenen Handlungsort, wobei man durch besseres Lichtspiel oder experimentierfreudigere Kameraeinstellungen hier noch wesentlich mehr hätte herausholen können.
Auch bei der Musik wäre mehr mehr gewesen, denn der Soundtrack fixiert sich lediglich auf zwei Melodien, die zwar spannungsfördernd sind, jedoch auf Dauer große Abnutzungserscheinungen zeigen.
Hinsichtlich der Leistungen der Darsteller ist zu sagen, dass hier durchweg Durchschnittliches abgeliefert wurde. Die Damenriege muss hauptsächlich Opferrollen darbieten, was mimisch in Ordnung ist und die Herren der Schöpfung bleiben etwas blass, was vor allem für den recht eingeschränkt agierenden Hauptdarsteller gilt.
Bei der Umsetzung der Mordszenen, die hier zwar nicht so zahlreich vertreten, jedoch gut über den Film verteilt sind, kann der Streifen dagegen punkten. Die Virtuosität der oben genannten Genreväter wird zwar nicht erreicht, aber zu verstecken brauchen sich die gefilmten Tötungen nicht. Besonders gelungen kommt der zweite Mord rüber, der wirklich brutal ausgefallen ist und bei dem nicht mit Kunstblut gegeizt wird.

Insgesamt ist "A blade in the dark" ein guter, wenn auch nicht überragender, Giallo, der den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei Laune zu halten weiß, jedoch in der Umsetzung ein paar Mängel aufweist.

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