Review
von Leimbacher-Mario
Norman Blades
Ein junger Filmkomponist zieht sich auf ein Landgut zurück um dort einen noch nicht ganz fertigen Grusler zu vertonen - doch schon bald geschehen außerhalb seines Jobs in der echten Welt weitaus schlimmere Morde als auf Zelluloid...
„A Blade In The Dark“ aka „Das Haus mit dem dunklen Keller“ (welcher Keller ist denn bitte nicht dunkel?!) verbindet sexuelle und traumatische Themen mit der Verschmelzung von Film und Wirklichkeit. Klingt vielversprechend. Alles nicht nur im Giallo und italienischen Horrorfilm bekannte und beliebte Muster, sondern bei Lamberto Bava insbesondere. Man erinnere sich nur mal an den grandiosen „Demons“ zwischen Leinwand, Kinosaal und Hölle. Dieser Giallogrusler hier kann sich aber nicht wirklich entscheiden ob er jetzt Krimi, Horror oder Thriller sein will, ob er amerikanischen oder italienischen (oder gar britischen?) Traditionen folgen will, ob er mit gorigen Kills oder dichter Atmosphäre punkten will. Muss er im Grunde ja auch nicht - wenn er denn alle Richtungen einigermaßen unter einen Hut verschmelzen oder zumindest gut abfrühstücken würde. Doch so richtig überzeugen will er mich in keiner Disziplin. Da hatte ich mir etwas mehr erhofft. Na klar, die undurchsichtigen Damen sind extraklasse, der Killer mit seinem crazy Lachen kann Angst einjagen gegen Ende und die (wenigen) Morde (vor allem der im Bad genau in der Mitte als Höhepunkt) können absolut Highlightreels zieren. Für einen quicken 80-Minüter hatte das gut gereicht. Doch da er mehr als zwanzig Minuten länger geht, sammelt sich derart viel Leerlauf, Autopilot und Wiederholung an, dass man die Höhepunkte und gelungenen Jumpscares fast verschlafen geschweige denn würdigen kann. Ungelenk und zäh. Der damals noch junge Bava kann das besser. Wie so oft: geileres Poster als der Film.
Fazit: ein bockstarker Kill in der Mitte des Films (irgendwo zwischen „Psycho“ und „Inside“) reicht nicht für über hundert (!) Minuten gute Unterhaltung. Trotz einiger fieser Schocks und Härten im Verlauf. Und umwerfend schöner Frauen. Lamberto kann eher die rockigen Töne - hier auf dem „Klavier“ wirkt das die meiste Zeit etwas dröge, tollpatschig und lahm. Schlecht aber auch nicht.