Review

In den 80er Jahren waren Endzeitfilme schwer gefragt, natürlich muss man auch hier die Spreu vom Weizen trennen, aber die " Jugger " gehören eindeutig zum Weizen dazu. Auch wenn das Budget sehr knapp war, hat man einige Prominenz an Bord und einen tollen Endzeitlook.
Richtig geraten, " Die Jugger " ist ein B-Movie und zwar ein sehr unterhaltsames.
Regie führt der ganz unbekannte David Peoples. Es war der einzige Film wo er Regie geführt, oder gar mitgearbeitet hat, dabei hätte man ihm ruhig noch ein weiteres Projekt anvertrauen können, denn ich finde er hat gute Arbeit geleistet.

Die Story ist wenig innovativ und spielt natürlich in der Endzeit und zwar im 23. Jahrhundert. Dabei geht es um ein Gladiatorenspiel in dem 5 gegen 5 antreten. Dabei wird versucht ein Hundeschädel auf einen Pflock aufzuspießen. So eine Art Football, bloß dass man sich dabei fast zu Tode prügelt. Der Siegermannschaft winken was zu essen, zu saufen und gar was zum bummsen.
Inhalt:
Genau so eine oben genannte Gruppe von 5 Leuten führt Sellow ( Rutger Hauer ) an. Sie ziehen durch das Land und liefern sich harte Kämpfe mit anderen Gruppen. Da beim letzten Spiel ihr Läufer schwer verletzt wurde, nimmt Sellow die Kämpferin Kidda ( Joan Chen ) bei sich in der Gruppe auf. Sie überredet Sellow gegen die Liga anzutreten, die beste Truppe auf der Welt. Dazu wagen sie den gefährlichen Marsch in die rote Stadt. Unterwegs bestreiten sie einige Matches. Doch als sie schließlich dem Liga Team gegenüber stehen, merken sie erst, dass sie einer fast unbesiegbaren Gruppe gegenüberstehen.

Das Spiel selber kommt aus Australien, bloß dass man sich da nicht mit Waffen den Schädel einschlägt. Aber damit der Zuschauer etwas geboten bekommt, geben sich die Teams hier mächtig Dresche. Es gibt immer Verletzte nach dem Spiel, oder zumindest blutüberströmte Gesichter. Damit man so etwas vor Ort verarzten kann, hat Sellows Gruppe eine Art Arzt dabei, der einen ganzen Kleiderschrank mit sich schleppt und sogar am Ende als Ersatzmann mit einspringt. Die Matches selber sind zum Teil ziemlich hart, mal werden einem Fetzen aus dem Bein gerissen, ein Anderer bekommt das ganze Ohr abgebissen, oder man wird halb totgeprügelt. Trotzdem wird der Gewaltbogen nicht überspannt und die Indizierung ist mal wieder ein schlechter Witz. Die Action spiegelt sich nur in Matches nieder, ansonsten wird leider nichts geboten, ein bisschen Abwechslung hätte bestimmt nicht geschadet, aber das Endresultat ist trotzdem in Ordnung und besitzt auch keine Durststrecken.

Toll ist die Optik und Atmosphäre. Der Film ist zwar ein Projekt der USA, aber gedreht wurde in Australien und zwar in der Wüste. Das Endzeitszenario ist perfekt in Szene gesetzt. Es gibt nicht mehr viele Menschen, die Welt ist eine einzige Wüste. Städte gibt es nur noch unterirdisch und um diese zu erreichen muss man in einen rieseigen Aufzug steigen und dann geht es auf eine lange Fahrt ins Erdinnere. Dort unten ist es trist und hässlich und vor allem die Wand mit den Betten ist ne tolle Idee.
Beim Sound beschränkt man sich auf das Nötigste. Kräftige zum Teil heroische Sounds dominieren hier. Auf jeden Fall passend zum Geschehen.

Rutger Hauer verkörpert Sallow und macht auch hier eine gute Figur. Natürlich war sein Schauspiel schon wesentlich besser, aber er spielt hier eine grimmige Rolle und hat auch nicht viel zu sagen. Trotzdem ist er hier eigentlich die Heldenfigur und diese verkörpert er sehr gut.
Die Kämpfernatur Kidda wird von Joan Chen gespielt. Die kurzen Haare passen richtig zu ihr. Sie spielt eine harte Frauenrolle und muss so einiges einstecken um an ihr Ziel zu kommen.
Von Delroy Lindo bekommt man leider sehr wenig zu sehen und auch zu hören. Man sieht nur, dass er mit seinen Gegnern kurzen Prozess macht.
Genauso Vincent D´Onofrio, welcher hier zum Teil einen großen Angeber mimt, sich aber trotzdem wacker schlägt, wenn es darauf ankommt.
Die restlichen Darsteller sind eher unbekannt, aber die Künste reichen auf jeden Fall aus für den Film.
Nur der Frankensteinverschnitt mit der Synchronstimme vom Chefkoch aus " South Park " ist etwas peinlich.

Fazit:
Sehr unterhaltsames, aber wenig innovatives Endzeitspektakel. Harte Fights mit kleinen Bluteinlagen. Optik und Kulisse sind geglückt und der Sound passt auch dazu. Die Darsteller sind nicht perfekt, aber reichen aus. Auf jeden Fall ordentlich, kann man sich ruhig ansehen.

Details
Ähnliche Filme