Review

Sie sind die Gladiatoren des 23. Jahrhunderts und ziehen in einer trostlosen Welt von Ort zu Ort um „Das Spiel“ zu spielen. Es besteht darin, einen Hundeschädel auf einem Holzpfahl zu platzieren. Das Siegerteam bekommt Essen, Alkohol, Sex und einen Hundeschädel als Prämie. Die Jugger sind ein Spiegelbild der zerklüfteten Landschaft mit ihren von Narben entstellten Gesichtern und ihren zerschmetterten Knochen.
Doch alle haben nur einen Traum – in die Eliteliga der „Roten Stadt“ aufgenommen zu werden, denn hier kämpfen nur die Besten. Doch dazu muß ein Liga-Team erst herausgefordert werden. Der unerschrockenen Kämpferin Kidda gelingt es, den Juggerführer Sallow zu überreden, das Unmögliche zu wagen.

Die Gefährlichkeit einer großen Dystopie wird doch landläufig weit überschätzt, solange man sich gegenseitig die Schädel einkloppen kann, um einen Hundeschädel auf einen Stock zu spießen und danach mit Wein, Weib und Gesang eine Orgie abfeiern kann. In diesem Endzeitszenario scheint das beinahe der einzige verbliebene Lebensinhalt zu sein. Jeder heruntergekommene Ort betreibt sein eigenes Team, manche tingeln dazu selbst über die Dörfer und auch die Nichtspieler sind bei der After Show Party auf, äh, vielerlei Art aktiv.
Die Story der Jugger ist dabei nun wirklich flacher als der karge Wüstensand auf dem man sich bewegt. Man bewegt sich eigentlich nur von Spiel zu Spiel ohne großen Unterbruch, pflegt die zahlreichen Wunden, während der alte Trainer/Doktor Opa die erstaunlichste Leistung vollbringt, nämlich eine komplette Kommode mit der Ausrüstung durch die glühend heiße Sonne zu schleppen.
So ganz kapiert hab ich die Regeln aber nicht. Irgendein wirft Steine gegen eine Blechwand und bestimmt so die Spielzeit (drei Drittel a 100 Kiesel), drei Typen die ich mal als Defensive Ends mit den American Gladiator Gedächtnis Wattestäbchen bezeichnen möchte geben die Defensivlinie, dann gibt es einen verkappten Retiarius Gladiator mit Ketten aber ohne Dreizack und einen Läufer der den Schädel tragen soll und dabei aber am meisten in die Fresse bekommt. Das ganze ist jetzt zwar sicher interessanter als Golf aber auch ein Fest für Physiotherapeuten, denn ohne gebrochene Beine oder ausgestochenes Auge geht hier keine der martialischen Partien zu Ende.
So schleppt man sich bis zum Endkampf in den Katakomben einer der letzten Städte um mal schnell noch das ein oder andere Traumata zu bewältigen. Mehr passiert nicht. Im Grunde so aufregend wie die Hundeschädel zu bemalen (wobei ich ernstlich bezweifeln möchte das so ein Knochenkopf ein derart hartes Spiel durchhält ohne zu zerbröseln), aber durch die doch recht gelungenen Action/Spielszenen wiederum nie wirklich langweilig oder so. Wenn man sich als Zuschauer in eine mentale Barbarenhaltung begibt und bei jedem gelungenen Move ein herzhaftes "Uga, Uga" folgen läßt, dann macht die Chose schon Laune. Muß ja nicht immer Shakespeare sein.
6/10

Details
Ähnliche Filme