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„Porno Esotic Love“ ist ein dreist zusammengestückeltes Flickwerk vom Sexploitation-Papst höchstpersönlich, die Rede ist natürlich von Monsignore Joe D’Amato. Aber wer würde diesem Mann das schon übel nehmen? Wer dessen Werke kennt, weiß genau, wie wichtig dem Regisseur eine möglichst große finanzielle Ausbeutung seiner Filme war. Meist kontrollierte er selbst den Schnitt, die Kamera, die Inszenierung und auch das Drehbuch, oftmals fungierte er auch als (Mit)Produzent. Durch sein handwerkliches Geschick und seine ökonomische Drehweise schaffte es der Regisseur auch tatsächlich meist das Beste heraus zu holen aus den dürftigen Möglichkeiten. Ende der 70er und Anfang der 80er entstanden seine, Fans bestens vertrauten, „karibischen“ Werke. In diese Kategorie fallen einige seiner Kultfilme, zum Beispiel „In der Gewalt der Zombies“ oder auch „Woodoo Baby“ und „Papaya“. Mit den meist gleichen Schauspielern, Kulissen und Storylines ähneln sich diese karibischen Filme sowohl optisch als auch atmosphärisch ungemein.

Die meisten Szenen stammen aus „Nackte Eva“, doch D’Amato schafft es, die Bilder in einen anderen Kontext zu stellen und recycelt seine eigenen Sequenzen überaus elegant. Ähnliche Projekte lieferte auch Jess Franco, dessen lieblosen Schnittfolgen allerdings wesentlich leichter zu durchschauen waren. In der ungeschnittenen Langfassung finden sich einige Hardcore-Sequenzen, zumeist nicht verwendetes material aus Filmen wie „Porno Holocaust“ oder auch „Orgasmo Nero 3“. Dennoch gelingt es, eine neue Story zu erzählen mit einem Minimum an neu zu drehenden Szenen und anscheinend völlig ohne Drehbuch. Wer tiefsinnige Dialoge sucht, ist ohnehin im falschen Film oder wird ihn sowieso nie in die Hände bekommen.

Durch die Verwendung unterschiedlicher Schnipsel von verschiedenen Filmen versammelt der Regisseur hier mal wieder einen All Star Cast seiner Filme, bei dem eigentlich nur George Eastman („Man-Eater“) zur Komplettierung fehlt. Zu sehen sind Annj Goren, Mark Shannon, Dirce Funari, Gabriele Tinti und natürlich Laura Gemser. Sogar den Schlangentanz aus „Nackte Eva“ bekommt der Zuschauer noch ein zweites Mal geboten, allerdings in abgekürzter Form. Unglaublich, aber wahr: D’Amato dreht einen neuen Film aus alten Material und erreicht dieselbe Qualität wie in seinen anderen Werken.

Komponist Alessandroni (vertonte schon Streifen wie „KZ09“ oder „Leg ihn um Django“) steuert herrlich nichts sagende Fahrstuhlmusik für den Score bei, passend zum angenehm trivialen Grundton des Films plätschert dieser mit ausnahmslos leichten Klängen oberflächlich dahin.

Fazit: Wieder mal ein Film ausschließlich für die Fans des Italieners, für NIEMANDEN sonst. Das sagt eigentlich alles, unterm Strich gesehen ist „Porno Esotic Love“ stinklangweilig und über weite Strecken auch noch unerotisch. Dennoch vergebe ich aufgrund der typischen Atmosphäre nicht die Tiefstnote.

2,5 / 10

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